Energiepolitik
Der Energiewende-Kater

Eine bessere Steuerung der Energiewende soll das große Projekt der neuen Bundesregierung werden. Derzeit läuft vieles nicht nach Plan. Ein Lichtschimmer: Die Strompreise steigen 2014 nicht mehr so stark.
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BerlinAls der Beschluss zu Atomausstieg und Energiewende verkündet wird, sind die meisten Abgeordneten schon in der Kantine. Die Stimmenauszählung dauert so lange, dass viele von dannen ziehen. Fast beiläufig verkündet Bundestags-Vizepräsident Eduard Oswald am 30. Juni 2011 später das Ergebnis im fast leeren Saal. Zweieinhalb Jahre später kann dies fast schon als symbolhaftes Bild herhalten.

Feierlich war die grüne Energiezukunft beschworen worden, nach Fukushima wurden die eben noch verlängerten Laufzeiten drastisch verkürzt, acht Meiler stillgelegt. Dann ging man aber schnell zur Tagesordnung über, keiner dachte an einen Masterplan. Es drohen Schadenersatzzahlungen in zweistelliger Milliardenhöhe an die Atomkonzerne - das Verfassungsgericht hat noch nicht entschieden.

Die Energiewende sollte ein Positivprojekt werden und gilt nun als Problemfall. 16 Länder schmiedeten Ausbaukonzepte mit Tausenden neuer Windräder, und überall wurden neue Solarparks mit Modulen aus China errichtet. Gerade durch den Solarboom kostet die Ökostrom-Umlage einen Durchschnittshaushalt in diesem Jahr bereits rund 210 Euro. Bund und Länder verhakten sich im Interessendickicht, und neue Netze fehlen obendrein. Auf die Euphorie folgte ein Kater, der so groß ist, dass Kanzlerin Angela Merkel (CDU) nun eine rasche Energiewende-Reform zum vorrangigsten Projekt erklärt hat. Bis Ostern soll eine Reform des Erneuerbare-Energien-Gesetzes stehen.

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