Energiewende
Altmaier verteidigt seinen Kurs

Die Kritik der Wirtschaft an der Energiewende lässt Umweltminister Peter Altmaier nicht zweifeln: Er fühlt sich in seinem Kurs bestätigt. In der Kostenfrage sieht er bereits erste Erfolge.
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BerlinDie Bundesregierung will die Kritik der beiden Vorstandschefs von Siemens und Eon, Peter Löscher und Johannes Teyssen, nicht auf sich sitzen lassen. Sie wisse zwar, dass die Energiewende in Teilen der Wirtschaft kritisch gesehen werde, sagte Bundeskanzlerin Angela Merkel bei der Feier zum 130-jährigen Jubiläum des Konzerns General Electric in Deutschland. Die Bundesregierung habe sich jedoch "dieses ambitionierte Thema vorgenommen, weil daraus spannende Arbeitsplätze der Zukunft entstehen können", so die CDU-Chefin.

Auch ihr Umweltminister und Parteifreund Peter Altmaier verteidigte den Kurs der Bundesregierung: "Die Energiewende bleibt richtig." Er räumte ein, die Kostendynamik müsse gebremst werden. Die Manager Löscher und Teyssen hätten nicht die Energiewende an sich infrage gestellt, sondern daran erinnert, "dass nur eine bezahlbare Energiewende am Ende ein Erfolg wird". Er fühle sich bestätigt.

Altmaiers Sicht der Dinge stößt bei den Kritikern der Energiewende auf wenig Verständnis. Löscher und Teyssen hatten im Handelsblatt-Doppelinterview grundsätzliche Probleme aufgezeigt. "Wir sind auf dem falschen Weg", sagte Löscher. "Es geht nicht um Detailanpassungen. Wir brauchen grundsätzliche Korrekturen, die Lage ist ernst", kritisierte Teyssen. Die beiden Vorstandschefs warnen vor den hohen Kosten des Ausbaus der erneuerbaren Energien, vor den daraus resultierenden Strompreissteigerungen, sie sorgen sich um die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Industrie und um die Stabilität der Stromnetze.

Altmaier dagegen sieht in der Kostenfrage bereits erste Erfolge. So habe die Reform der Photovoltaikförderung vor einem Jahr "zu einer deutlichen Kostensenkung geführt, ohne die Energiewende abzuwürgen". Nach Einschnitten in der Förderung im vorigen Jahr hat sich der Zubau tatsächlich verlangsamt. In den Jahren 2011 und 2012 waren jeweils Photovoltaikanlagen mit einer Leistung von über 7 000 Megawatt installiert worden. Das entspricht in etwa der Leistung von sieben Atomkraftwerken. Altmaier rechnet 2013 nur noch mit vier Gigawatt.

Mit einer Entlastung für die Verbraucher ist aber nicht zu rechnen. Im Gegenteil: Altmaier selbst schätzt, dass die Umlage nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) 2014 von derzeit 5,3 Cent je Kilowattstunde Strom auf mindestens sechs Cent steigt. Die Umlage summiert sich jährlich zu Beträgen, die mittlerweile deutlich über der Schwelle von 20 Milliarden Euro liegen.

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