Energiewende
An neuen Stromleitungen führt kein Weg vorbei

Die zweite Auflage des Netzentwicklungsplans definiert den Bedarf und zeigt den hohen Bedarf an neuen Stromtrassen zwischen Nord- und Süddeutschland.
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BerlinOhne eine Vielzahl neuer Stromleitungen lässt sich die Energiewende nicht umsetzen. Das belegt der zweite Netzentwicklungsplan (NEP), den die vier Übertragungsnetzbetreiber am heutigen Dienstag der Bundesnetzagentur übergeben. Die zweite Fassung des NEP bestätige "den hohen Stromübertragungsbedarf zwischen Nord- und Süddeutschland", hieß es in Kreisen der Netzbetreiber. Dazu sei insbesondere der Bau der drei Gleichstromleitungen von Nord- nach Süddeutschland unumgänglich, hieß es weiter.

Die vier Netzbetreiber - 50Hertz, Amprion, TenneT, TransnetBW - gehen damit auf Konfrontationskurs zur bayerischen Landesregierung. Der bayerische Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) hatte die Ausbaupläne abgelehnt und sich ein Moratorium ausbedungen: Bayern will erst Anfang 2015 wieder darüber verhandeln, welche Leitungen erforderlich sind. Die Bundesregierung ist über Seehofers Blockade verärgert, zumal die Bayern die Pläne für den Netzausbau nicht bekämpft und das entsprechende Bundesgesetz im Bundesrat durchgewinkt hatten.

Die Übertragungsnetzbetreiber geben der Kritik an Seehofer nun neue Nahrung. Ihren Berechnungen zufolge bleibt der Bedarf an neuen Leitungen auch nach der Novelle des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) im Wesentlichen bestehen. Lediglich eine neue Abschätzung der regionalen Entwicklung des Windkraft-Ausbaus führt zu leichten Veränderungen beim Streckenverlauf einiger Leitungen. So rücken die mittlere und die östliche Gleichstromleitung stärker in Richtung Nordosten.

Die Bundesnetzagentur wird nun die Projekte des zweiten NEP-Entwurfs auf ihre energiewirtschaftliche Notwendigkeit prüfen.

Klaus Stratmann berichtet als Korrespondent aus Berlin.
Klaus Stratmann
Handelsblatt / Korrespondent
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