Energiewende
Eon prescht bei Stromspeichern voran

Im Zuge der Energiewende hat die Suche nach Stromspeichern begonnen. Eon will überschüssigen Windstrom in Wasserstoff umwandeln. Zur Eröffnung der Pionieranlage möchte der Konzern auch die ersten Abnehmer präsentieren.
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DüsseldorfIm Osten Deutschlands, im sogenannten Solar Valley, hat der erste Teil der Energiewende begonnen: Hier sitzen die meisten Solaranlagenhersteller. Im Osten Deutschlands könnte nun auch der zweite Teil der Energiewende ihren Anfang finden. Nach nur zwei Jahren Planungs- und Bauzeit ist die Pilotanlage der sogenannten Power-to-Gas-Technologie von Eon so gut wie fertig. Vergangene Woche leitete der Energieversorger testweise zum ersten Mal erfolgreich aus Windstrom gewonnenen Wasserstoff in die Gasleitung. 

Es ist ein kühnes Vorhaben: Die Düsseldorfer wandeln in ihrer Pilotanlage Windstrom zu Wasserstoff um und wollen so das Speicherproblem lösen. Gemischt mit Gas kann der aus überschüssigem Windstrom hergestellte Energieträger zur Stromgewinnung in Gaskraftwerken genutzt werden. Und zwar dann, wenn Bedarf besteht, etwa weil sie die Windräder nicht drehen oder die Sonne nicht auf die Solaranlagen scheint.

Auch als Treibstoff für Wasserstoff-Autos könnte der Stoff dienen oder zur Wärmegewinnung. Dank des großzügigen Gasleitungssystems, das laut Experten noch reichlich freie Kapazitäten hat, kann der umgewandelte Windstrom einfach dort hingeleitet werden, wo er gebraucht wird – oder eben in den Gasspeichern gelagert werden.

Nun steht Eon in Verhandlungen mit  Interessenten, die dem Energieversorger den ins Erdgasnetz eingespeisten Wasserstoff abnehmen wollen. Zur Eröffnung der weltweit ersten fertigen Power-to-Gas-Anlage Ende August ist das Unternehmen optimistisch, bereits die ersten Abnehmer präsentieren zu können, wie Handelsblatt Online erfuhr. Der Vorteil für die Unternehmen: Sie können sich das grüne Gas in die Klimabilanz schreiben. Und sie sind Teil einer vielversprechenden Innovation.

„Wir sind zuversichtlich, dass wir zur Eröffnung Ende August die Verhandlungen mit Interessenten abgeschlossen haben, die uns den Wasserstoff abnehmen wollen“, sagt Klaus-Peter Röttgen, Chef des Innovationsbereichs Energiespeicher bei Eon. Dann geht die Anlage in die Pilotphase. Das Interesse an der Technik sei groß und in den vergangenen Wochen noch größer geworden, erzählt Projektleiter René Schoof: „Wir hatten bereits Leute aus China, Schweden und Dänemark und noch viele mehr hier“.

Dana Heide ist Korrespondentin in Berlin.
Dana Heide
Handelsblatt / Korrespondentin
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