Energiewende
Stadtwerke drosseln Kraftwerks-Investitionen

Wind- und Solarstrom nehmen zu, die konventionelle Energiewirtschaft leidet dagegen unter sinkenden Erlösen. Die Branche warnt vor den Folgen fehlender Investitionen nach dem endgültigen Atomausstieg 2022.
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BerlinDie Unsicherheiten durch die Energiewende halten die Stadtwerke zunehmend von Investitionen in neue Kraftwerke ab. 2013 sanken die Investitionen in den Kraftwerkspark auf 4,87 Milliarden Euro, wie eine Erhebung des Verbandes kommunaler Unternehmen (VKU) ergab. Das entsprach nach 6,24 Milliarden 2012 einem Rückgang um 22 Prozent.

Die Stadtwerke leiden wie die übrige konventionelle Energiewirtschaft unter sinkenden Erlösen im Zuge der Zunahme von Wind- und Solarstrom. Zudem gibt es in Deutschland Überkapazitäten im Kraftwerkspark. Aber ab 2022 mit dem endgültigen Atomausstieg droht bei zu wenig neuen Investitionen ein Engpass - gerade im Winter wäre das kritisch.

Infografik Der große Umbau



Die Stadtwerke und auch Energiekonzerne wie RWE werben für einen kosteneffizienten zweiten Strommarkt, bei dem Kraftwerkskapazitäten angeboten werden, damit auch bei wenig Sonne und Wind immer genug Strom geliefert werden kann. Mit so einem Mechanismus soll zugleich die Planungssicherheit für fossile Kraftwerke erhöht werden. Kritiker fürchten durch so ein System hohe Mehrbelastungen für den Strompreis.

„Die Lage ist dramatisch. Wir haben bei hochmodernen Gaskraftwerken im Vergleich der Volllaststunden von 2010 und 2013 einen Rückgang von mehr als 30 Prozent“, meinte VKU-Hauptgeschäftsführer Hans-Joachim Reck. Trotzdem konnten die Stadtwerke ihre Kraftwerkskapazitäten von 20,4 auf 22,6 Gigawatt (GW) steigern. Gemessen an der in Deutschland bis 2013 installierten Nettoleistung von 183,5 GW sei der Marktanteil leicht gestiegen und liege bei 12,3 Prozent (2012: 11,7 Prozent). Dieser Anstieg sei vor allem auf den Zuwachs bei Ökoenergie- und bei Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen zurückzuführen, so der VKU. Bis 2020 wollen die Stadtwerke ihren Marktanteil auf 20 Prozent steigern.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
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