Erneuerbare Energien
Die Retter der Windparks

Viele Betreiber übersehen gerade beim Bau von Windparks häufig die Risiken – und die hängen nicht immer mit dem Wetter zusammen. Das Unternehmen Kaiserwetter bringt die in Not geratenen Ökostromanlagen wieder auf Trab.
  • 4

DüsseldorfDie Aufregung ist groß. Der Sturm reißt Dutzende Solarmodule vom Dach und schleudert sie auf die Straße. Er zerstört im Frühjahr 2012 die größte Aufdachanlage Spaniens. "Die Module waren auf der Dachmembrane mit einem Kleber montiert, der dafür völlig ungeeignet war", erklärt Hanno Schoklitsch den Grund für das Debakel.

Der Österreicher ist Probleme wie dieses gewohnt. Schoklitsch leitet als Geschäftsführer und Gründer die Kaiserwetter GmbH in Hamburg. Sie hat sich als erster Dienstleister darauf spezialisiert, in finanzielle Not geratene Solar- und Windparks zu sanieren.

Zum Auftrag für die Riesenanlage in Spanien mit ihren 85.000 Modulen kam Schoklitsch über eine Bank. Die wandte sich an ihn, weil der ursprüngliche Eigentümer aus den Vereinigten Staaten pleiteging. Die Bank suchte jemanden, der die Anlage übernimmt und wieder technisch und finanziell auf Vordermann bringt.

Schoklitsch definiert seine Rolle so: "Wir sind kein Investor und kein Projektentwickler. Wir sind ein reiner, neutraler Dienstleister." Für ihn beginnt das Geschäft grundsätzlich erst, wenn ein Solar- und Windpark gebaut worden ist. Dann kümmert sich sein Unternehmen um die Instandhaltung, Buchführung Controlling, die technischen Berichte und die Betreuung des Kreditgebers, sprich der Banken. Außerdem berät es Investoren beim Kauf und Verkauf von Solar- und Windkraftwerken.

Schoklitsch profitiert letztlich vom Boom bei Solar- und Windparks. Die Kapazität stieg allein in Deutschland seit 2007 von 22 247 auf über 31 307 Megawatt bei Wind- und von 4130 auf 32.400 Megawatt bei Solaranlagen. So manche Anlage, die in Rekordtempo entstand, bleibt jedoch hinter den Erwartungen weit zurück.

Ein Beispiel: Ein deutscher Windpark mit einer Leistung von 13,5 Megawatt, den Kaiserwetter betreut, sollte eigentlich knapp 22 Millionen Kilowattstunden Strom pro Jahr erzeugen. In Wirklichkeit erreichte er diesen Wert kein einziges Mal seit 2004. In vielen Jahren lag er sogar deutlich darunter. "Wir erwarten, dass in Deutschland noch mehr Windparks in Schwierigkeiten geraten, weil sie mit einer zu optimistischen Ertragsprognose finanziert wurden", sagt Schoklitsch.

Seite 1:

Die Retter der Windparks

Seite 2:

Risiken von Anlagen an Land übersehen

Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%