Fehlende Signale aus Berlin
Seehäfen fordern planbare Energiewende

In den Seehäfen warten die Betriebe auf klare Aussagen von der Bundesregierung zur Energiewende. Sie müssen ihre Kapazitäten ausbauen, um die riesigen Bauteile für Windkraftanlagen auf See verschiffen zu können.
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HamburgDer Umschlag geht zurück, die Signale aus Berlin lassen auf sich warten: Die deutschen Seehäfen fordern von der kommenden Bundesregierung klare Bekenntnisse bei der Energiewende und den Investitionen in Straßen und Schienen. „Uns ist bewusst, dass der bedarfsgerechte Ausbau, der Neubau und die Ertüchtigung der Hafeninfrastruktur für die Offshore-Windenergie von den energiepolitischen Zielen der neuen Bundesregierung abhängig ist“, sagte der Präsident des Zentralverbands der deutschen Seehafenbetriebe (ZDS), Klaus-Dieter Peters, am Mittwoch in Hamburg. Der ZDS erwarte, dass sich der Bund beteilige, wenn für Windkraft auf See zusätzliche Kosten entstünden.

Um unter anderem die riesigen Fundamente, Rotoren und Turbinen für die Windparks verschiffen zu können, müssen die Seehäfen Geld in die Hand nehmen. Das Problem aus Sicht der Betriebe: Bevor nicht klar ist, in welcher Form Offshore künftig gefördert wird, scheuen Investoren das Risiko. „Wenn ich heute entscheide, ich baue meinen Windpark, ich gebe das Geld aus, dann muss ich auch wissen, wie viel Cent ich für die Kilowattstunde bekomme“, sagte Andreas Wellbrock, Vorstandsmitglied der Bremer BLG Logistics Group am Mittwoch.

Union und SPD hatten während den Koalitionsverhandlungen angekündigt, die Ausbauziele für Offshore-Energie auf 6500 Megawatt bis 2020 nach unten korrigieren zu wollen - geplant waren ursprünglich 10.000 Megawatt. Unklar ist aber noch, wie sie gefördert werden soll. Die Seehäfen warten auf eine Entscheidung. „Bisher sind ja noch gar keine Häfen so richtig ausgebaut, da ist viel interimistisch gemacht worden“, sagte Wellbrock. Ziel sei aber, beispielsweise Turbinen in Größe eines Einfamilienhauses künftig problemlos und regelmäßig von der Produktionsstätte auf das Meer bringen zu können.

Auch die Anbindung der Häfen über Schienen und Straßen muss laut ZDS ausgebaut werden. Bis 2030 werde sich der Hafenumschlag laut Prognose nahezu verdoppeln. Die Kapazität des Hinterlandverkehrs stoße jedoch bereits jetzt an ihre Grenzen.

Unterdessen mussten die Seehäfen für 2013 bereits einen leichten Rückgang beim Gesamtumschlag hinnehmen. Er werde sich voraussichtlich um rund ein Prozent auf 296 Millionen Tonnen verringern, teilte der ZDS mit. 2014 soll das Umschlagsplus voraussichtlich rund zwei Prozent betragen. 2012 war der Seegüterumschlag noch um knapp ein Prozent gewachsen.

Der ZDS vertritt nach eigenen Angaben 95 Prozent aller deutschen Hafenbetriebe. Insgesamt seien in den Seehäfen Deutschlands rund 13 000 Arbeiter beschäftigt.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
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