Flugsicherung
Windräder können Flugzeuge vom Kurs abbringen

Dass sich ein Flugzeug im Luftraum verirrt, scheint unwahrscheinlich, ist aber möglich. Windräder können die Radarsignale der Flugsicherung stören. Auch der Deutsche Wetterdienst ist davon betroffen.
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Bremen/Emden/OffenbachWindkraftanlagen können nach Einschätzung des Bundesaufsichtsamtes für Flugsicherung (BAF) den Luftverkehr gefährden. An manchen Stellen dürften daher keine neuen Anlagen gebaut werden, sagte Behördenchef Nikolaus Herrmann am Donnerstag in Bremen. Kritisch könne es in einem Radius von 15 Kilometern um Radaranlagen und sogenannte UKW-Drehfunkfeuer werden.

Diese senden Signale für die Positionsbestimmung von Flugzeugen. Eine Windkraftanlage kann Herrmann zufolge die Signale stören und dazu führen, dass das Flugzeug vom Kurs abkommt. Im vergangenen Jahr hatte das BAF deshalb zehn Prozent der Anträge zum Bau einer Anlage abgelehnt. Die Behörde geht davon aus, dass die Zahl steigen wird.

Auch die Bundeswehr und der Deutsche Wetterdienst sind mit ihren Radarsystemen von Störungen durch Windräder betroffen. So wird derzeit dringend ein neuer Standort für das Wetterradar an der Knock im ostfriesischen Emden gesucht. Es ist von Windkraftanlagen regelrecht umzingelt. „Solche Störungen sind inzwischen ein deutschlandweites Problem, vor allem im Norden“, sagt Carmen Diesner vom Deutschen Wetterdienst in Offenbach.

Mit dem Ausbau der Windkraft im Zuge der Energiewende haben die Konflikte zugenommen. Inzwischen gibt es rund 25.000 Anlagen. Mal beschweren sich Anwohner über pulsierenden Lärm oder lästigen Schattenwurf der Rotoren. Schon lange protestieren Naturschützer gegen Anlagen in der Nähe von Naturschutzgebieten oder inmitten von Waldgebieten. Neue Bestimmungen erlauben inzwischen im Umfeld von fünf Kilometern eines Wetterradars keine Windräder.

In einem Radius von 15 Kilometern dürfen deren Türme um das Wetterradar in Emden nicht höher als 75 Meter sein. „Wir wollen ja möglichst weit schauen“, begründet Diesner den DWD-Anspruch auf die Lufthoheit. Immerhin gehe es um die hoheitliche Aufgabe der Wetterbeobachtungen, Vorhersagen und Unwetterwarnungen.

Nach Angaben des Bundesverbandes Windenergie gelten insgesamt 208 betroffene Windenergieprojekte mit mehr als 3000 Megawatt Leistung als Problemfälle. In Streitfällen stehen langwierige Prüfungen an - und damit höhere Kosten für Windparkbauer.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
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