Industrie 4.0 Revolution mit Hürden

Die vernetzte Fabrik ist die Fantasie der optimalen Effizienz. Doch die Industrie 4.0 braucht Geduld statt Euphorie. Noch fehlt es an ausgereiften Ideen.
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Industrieschau Hannover Messe: Die vierte industrielle Revolution muss ein großer Wurf werden. Quelle: dpa

Industrieschau Hannover Messe: Die vierte industrielle Revolution muss ein großer Wurf werden.

(Foto: dpa)

Der Begriff Industrie 4.0 verspricht viel. Das hat gemerkt, wer am Dienstag die Tagung des Vereins deutscher Ingenieure (VDI) in Berlin verfolgte. Bei vielen dort steht Industrie 4.0 für nicht weniger als die Revolution der traditionellen Produktion. Es wird von hochvernetzten Strukturen geträumt, in denen jegliche Daten ausgewertet und genutzt werden: für neue Dienstleistungen, optimierte Abläufe, vor allem aber für Kostenersparnisse. Es ist die Fantasie der optimalen Effizienz.

Das Problem: Bislang ist Industrie 4.0 nicht viel mehr als ein Begriff. Der allein kann aber die Hoffnungen und Erwartungen nicht erfüllen - jedenfalls nicht bisher. Das ist eine brandgefährliche Situation. Denn wird der Begriff von den Unternehmen auch in Zukunft nur mit unfertigen Ideen weiter zu einem Hype gemacht, wird die Blase irgendwann platzen.

Ina Karabasz: Die Autorin ist Redakteurin bei Handelsblatt Live. Quelle: Frank Beer für Handelsblatt

Ina Karabasz: Die Autorin ist Redakteurin bei Handelsblatt Live.

(Foto: Frank Beer für Handelsblatt)

Das Risiko ist groß. Es gibt noch keine einheitlichen Standards, keine konkreten Konzepte und auch keine ausgereiften Ideen, wie die verschiedenen Vorstellungen in der Branche unter einen Hut gebracht werden können. Gleichzeitig muss die vierte industrielle Revolution ein großer Wurf werden. Nur dann kann die deutsche Exportwirtschaft ihre Wettbewerbsvorteile, die sie hat, auch in Zukunft wahren, sie vielleicht sogar noch ausbauen.

Doch dazu müssen die Ideen nachhaltig, zuverlässig, kosteneffizient, umsetzbar, vernetzbar, einheitlich und nicht zuletzt auch sicher sein. Viele Fragen sind hier nach wie vor offen. Können die Anbieter der digitalisierten Industrie diese nicht beantworten, wird die Industrie bei 3.0 bleiben.

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