INDUSTRIE
Der Trend zum eigenen Kraftwerk

Unternehmen wie Bayer oder BASF produzieren ihren Strom längst selbst. Doch nun will die große Koalition die Privilegien der Eigenproduktion einschränken.
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Das eigene Kraftwerk auf dem Werksgelände ist in vielen energieintensiven Branchen seit Jahrzehnten üblich. Große Chemieunternehmen wie Bayer oder BASF betreiben ganze Kraftwerksparks. Aber auch in der Papierindustrie ist die Eigenproduktion von Strom an der Tagesordnung. Der Trend hat mittlerweile selbst Lebensmitteldiscounter und Autohersteller erfasst. Allerdings könnte er schon bald ein jähes Ende finden: Die Große Koalition will die Privilegien der Eigenproduktion einschränken.

Die Stromproduktion selbst in die Hand zu nehmen - das verspricht Sicherheit und niedrige Kosten. 27 Prozent der vom Deutschen Industrie- und Handelskammertag befragten Industrieunternehmen gaben kürzlich an, sie errichteten gerade eine eigene Stromerzeugungsanlage oder hätten dies bereits getan. 21 Prozent planen entsprechende Schritte. In einem gemeinsamen Monitoringbericht von Wirtschafts- und Umweltministerium, der sich allerdings auf Zahlen aus dem Jahr 2011 bezieht, heißt es, 8,5 Prozent des in Deutschland verbrauchten Stroms stammten aus Eigenproduktion. In den vergangenen Jahren dürfte sich dieser Wert nach Einschätzung von Fachleuten noch deutlich erhöht haben.

Der Einstieg in die eigene Stromproduktion ist lohnend, weil die Politik dafür Anreize geschaffen hat: Der hausgemachte Strom ist von der Umlage nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) und von den Netzentgelten befreit. Und weil die EEG-Umlage kontinuierlich steigt, hat diese Ausnahmeregelung in den vergangenen Jahren viel bewegt.

Doch jetzt will Schwarz-Rot dieses Privileg stark beschneiden. Man setze sich dafür ein, "dass im Grundsatz die gesamte Eigenstromerzeugung an der EEG-Umlage beteiligt wird", heißt es im Koalitionsvertrag von CDU, CSU und SPD. Für kleine Anlagen soll es eine Bagatellgrenze geben, für bereits bestehende Eigenerzeugung gewährt Schwarz-Rot Vertrauensschutz.

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Eigenproduktion ist zweischneidig

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