Investitionen in den USA
Wenn das Schiefergas lockt

Günstige Gaspreise sorgen für einen Investitionsboom in der US-Chemie. So planen BASF und der Düngemittelproduzent Yara den Bau einer Ammoniak-Anlage in den USA.
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FrankfurtNiedrige Gas- und Energiepreise locken europäische Chemiefirmen zusehends in die USA. Am Freitag gaben BASF und der norwegische Düngemittelkonzern Yara Überlegungen für eine große Ammoniakanlage an der amerikanischen Golfküste bekannt.

Für BASF wäre es bereits die dritte Großinvestitionen, die von den günstigen Rohstoffkosten in den USA induziert wird. Bereits in den vergangenen beiden Jahren hat der Konzern den Bau einer Anlage für Ameisensäure gestartet und eine Grundchemie-Anlage in Texas erweitert, um stärker an den günstigen Erdgaspreisen in den USA zu partizipieren. In der Branche wird zudem spekuliert, dass BASF auch mit dem Bau einer Anlage für Propylen liebäugelt. Im Falle der Ammoniakanlage dürfte es um ein Investitionsvolumen von einer halben bis einer Milliarde Dollar gehen. Details wollen die beiden Partner in den nächsten Monaten aushandeln.

Das wachsende Interesse am Chemiestandort USA wird vor allem vom Schiefergas-Boom angetrieben. Er führte dazu, dass sich Erdgas in den USA drastisch verbilligte und inzwischen nur rund ein Drittel soviel kostet wie in Europa.

Infografik Woher kommen die Rohstoffe für deutsche Energie?



Erdgas ist als Rohstoff und als Energieträger für die Chemie von erheblicher Bedeutung. Die USA wandelten sich daher innerhalb weniger Jahre von einem der teuersten Chemiestandorte zu einem der weltweit günstigsten. Darauf reagiert die Chemiebranche inzwischen mit einer Flut von neuen Projekten. Der Branchenverband American Chemistry Council schätzt, dass als Folge des Gasbooms bis 2020 mehr als 70 Milliarden Dollar im Chemiebereich investiert werden - zusätzlich zu den routinemäßigen Investitionen von etwa 28 Milliarden Dollar pro Jahr. Gut fünf Dutzend Firmen, darunter zehn europäische Konzerne, haben laut ACC inzwischen Investitionen angekündigt, die von den günstigen Gaspreisen ausgelöst wurden.

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Fachleute sehen einen Trend

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