Klimawandel
Der Einsatz lohnt sich

Bei der Weltklimakonferenz in Peru ist Streit programmiert: Die Interessen der Staaten weichen stark voneinander ab. Klar ist aber: Die Emission von Treibhausgasen muss endlich sinken.
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Klimagipfel haben etwas Frustrierendes. Jahr für Jahr bekennen sich die Staats- und Regierungschefs bei ihren Treffen zur Bedeutung des Klimaschutzes. Wenn dann aber ein verbindliches Abkommen daraus werden soll, ducken sich viele weg.

Die Verhandlungen um einen globalen Klimavertrag waren zuletzt bei den Uno-Klimakonferenzen seit 2011 in Durban, Doha und Warschau äußerst mühsam. Demgegenüber haben sich die globalen klimaschädlichen CO2-Emissionen allein im letzten Jahrzehnt um mehr als 28 Prozent erhöht - stärker als in den beiden Jahrzehnten zuvor. In den nächsten zwölf Tagen gibt es nun wieder einmal eine Gelegenheit zu zeigen, welchen Stellenwert der Schutz des Klimas hat. Peru ist Gastgeberland der diesjährigen Weltklimakonferenz, die letzte Etappe auf dem Weg nach Paris Ende 2015. Dort soll dann ein neues, verbindliches Klimaabkommen beschlossen werden, das 2020 in Kraft treten soll. Bis zum ersten Quartal 2015 sollen fast 200 Staaten ihre Vorschläge zum Klimaschutz liefern.



Streit ist programmiert: Welche Minderungsziele für CO2 sollen für Industrie- und Entwicklungsländer gelten? Welche Transparenzregeln? Wie sollen die individuellen Beiträge der Staaten bewertet werden? Und wer bezahlt? Die Interessen weichen vor allem aus wirtschaftlichen Gründen stark voneinander ab.

Dabei müssen allen zwei Dinge klar sein. Erstens: Der Klimawandel ist kein Hirngespinst. Zweitens: Der Einfluss des Menschen ist unbestritten. Die Atmosphäre hat sich erwärmt, Gletscher schmelzen, der Meeresspiegel steigt. Auch extreme Wetterereignisse werden auf menschlichen Einfluss zurückgeführt. Was getan werden muss, liegt also auf der Hand: Wir alle müssen für eine konsequente Minderung von Treibhausgasen sorgen, jedes Land, jeder Bürger. Bundeskanzlerin Angela Merkel mahnte im Sommer, die Welt müsse Farbe bekennen. Man darf die Staats- und Regierungschefs jetzt dazu noch einmal ermuntern - und übrigens auch die Wirtschaft. Klimaschutz zahlt sich aus: Ein Weitermachen wie bisher wird für eine weitere Erwärmung der Erdatmosphäre sorgen - mit allen menschlichen, ökonomischen und ökologischen Kosten, die deutlich über dem liegen werden, was heute der Klimaschutz kostet.

Silke Kersting
Silke Kersting
Handelsblatt / Korrespondentin
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