Kreatives Recycling

Das Milliardengeschäft mit unserem Müll

Verbrennen oder verwerten: Wie geht man richtig mit Müll um? Innovative Unternehmen verknüpfen beides. Sie verwandeln Müll in hochwertige neue Produkte – und wertvollen Brennstoff.
  • Michael Billig
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Müllbunker in Hamburg: Immer mehr Abfall landet in der Verbrennung. Quelle: dpa

Müllbunker in Hamburg: Immer mehr Abfall landet in der Verbrennung.

(Foto: dpa)

Uwe Greye verbringt seine Tage allein mit Tausenden Tonnen Müll in einem Bunker. Der Kranführer der Müllverbrennungsanlage im Hamburger Stadtteil Stellingen ist um seinen Job nicht zu beneiden. Umgeben von Dunkelheit, hockt er in einer verglasten Kanzel 20 Meter über dem Grund.

Zu seinen Füßen Berge von Hausmüll. Windeln, Staubsaugerbeutel, zusammengeknüllte Tüten und Folien, Teppichreste, kaputte Möbel, faules Obst und Gemüse – die Überbleibsel unserer Konsumgesellschaft.

Greye durchwühlt mit dem Kran den Haufen und wuchtet ihn in einen Trichter. Von dort fällt der Abfall in einen 900 Grad heißen Ofen. 100 Tonnen Müll bewegt der Hamburger pro Schicht, so viel wie rund 45.000 Haushalte am Tag produzieren.

Eigentlich müssten Männer wie Greye um ihren Job bangen. Deutschland gilt schließlich als Paradies des Recyclings.

Die recycelte Wirtschaft
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Neues Leben für alte Dinge

Viele Dinge behalten ihren Wert auch dann, wenn sie bereits einmal gebraucht wurden. In Indien haben Second-Hand-Märkte zum Beispiel ein Volumen von 2,8 Milliarden US-Dollar und wachsen jedes Jahr um 15 Prozent. Ein Großteil dieses Wachstums wird durch die neuen Ansprüche der aufstrebenden Mittelschicht verursacht.

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Ein wachsender Markt

Die Zahl der zugelassenen Fahrzeuge wird sich bis 2035 voraussichtlich verdoppeln. Zwar ist der Markt für Gebrauchtfahrzeuge in Asien noch nicht so groß wie in den USA, aber er wächst beständig. 2013 hatte er allein in China ein Volumen von 46 Milliarden US-Dollar. Für die nächsten drei Jahre rechnet man im Reich der Mitte mit einem jährlichen Wachstum von rund 16,5 Prozent.

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Turbinenpower fürs Stromnetz

Auch im Industriebereich werden Teile wiederverwendet. So setzt beispielsweise GE Komponenten aus seinen CF6 Jetturbinen weltweit für die Stromerzeugung in Krankenhäusern und Stromnetzen ein. Eine solche Gasturbine, die in ihrem ersten Leben in 10.000 Metern Höhe gearbeitet hat, kann am Boden bis zu 50 MW erzeugen und 40.000 Wohnungen versorgen.

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Wer teilt, gewinnt

Eine andere Möglichkeit der Weiternutzung ist es, Dinge zu teilen. Apps wie Getaround ermöglichen es Fahrzeughaltern, ihr Auto an andere zu verleihen, wenn sie es selber gerade nicht brauchen. Zwischen 2012 und 2013 ist dieser Sharing-Markt um 25 Prozent gewachsen und hat jetzt ein Volumen von geschätzten 26 Milliarden US-Dollar.

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Wachstum sichern

Zwar wachsen die Märkte für die gemeinsame Nutzung oder anderweitige Verwendung von Gütern, aber nicht ohne Hürden: Hotels und Kommunen gehen juristisch gegen den Unterkunftsvermittler Airbnb vor, während in vielen Ländern die Einfuhr aufgearbeiteter Medizintechnik durch hohe Importschranken erschwert wird.

Der Inhalt dieser Bilderstrecke stammt aus einer Publikation auf GE Look Ahead und kann unter folgendem Link eingesehen werden: http://gelookahead.economist.com/de/slideshow/die-recycelte-wirtschaft/

Doch der 55-Jährige arbeitet in einer Boombranche. Denn immer mehr Abfall landet in der Verbrennung. Waren es 2004 noch 28 Millionen Tonnen, sind es heute schon 45 Millionen Tonnen. Rund die Hälfte des deutschen Haus- und Gewerbemülls wird einfach verheizt.

Den Politikern in Brüssel und Berlin passt das gar nicht. „Wir wollen aus Europa eine Gesellschaft ohne Abfall machen“, hatte noch im Juli der gerade abgelöste EU-Umweltkommissar, der Slowene Janez Potocnik, verkündet. Auch die Bundesregierung hegt ähnliche Ambitionen. Und die neue EU-Kommission arbeitet schon mit Hochdruck daran, die Abfallgesetze in Europa zu vereinheitlichen.

Das Ziel: Kein Müll soll unsortiert bleiben, nichts direkt auf Deponien landen, die Recyclingquoten sollen steigen. Statt Rohstoffe der Erde abzuringen, sollen wir Abfälle, so die Idee, in neue Produkte verwandeln und so die Umwelt schonen. Kreislaufwirtschaft nennen Fachleute das.

Bei Papier und Glas klappt das bereits heute. Sie werden zu nahezu 100 Prozent recycelt (siehe Kurztextgalerie). Doch unsere Kunststoffabfälle aus dem gelben Sack landen überwiegend in einem der Öfen der mehr als 100 großen deutschen Verbrennungsanlagen.

Die Frage ist: Ist die sogenannte „thermische Verwertung“ wirklich so schlimm? Ist es immer besser, Abfall in neue Produkte zu verwandeln, statt ihn zu verbrennen?

Auf der Spur des Mülls
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