Mitarbeiterbeteiligung
Wir machen unseren eigenen Strom!

Etwas für die Umwelt tun will jeder – nur Geld ausgeben will keiner. Ein neuer Trend zeigt einen Ausweg aus dem Dilemma: Mitarbeiter investieren in die Solaranlage auf dem Firmendach. Das Modell könnte Schule machen.
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DüsseldorfMitarbeiter wie Bernd Oliver Mager wünscht sich wohl jedes Unternehmen. Er tut im Namen seiner Firma Gutes und redet gern darüber. Mager ist Leiter des Zentrallagers beim Konsumgüterriesen Unilever (Knorr, Dove) in Heilbronn. Solarpanele auf dem Dach der Halle sammeln seit 2011 die Sonnenstrahlen ein und produzieren Strom – dank Mager und seinen Kollegen von Unilever. Diese haben den Bau der Anlage bezahlt und organisiert. Beide Seiten profitieren: Die Betreibergemeinschaft der Solaranlage erzielt eine ordentliche Rendite – in Heilbronn waren es in den ersten zwei Jahren seit der Gründung immerhin fünf Prozent jährlich. Unilever wiederum kann sich die Solaranlage in seine CO2-Bilanz schreiben.

Wenn es nach Experten geht, werden in Zukunft immer mehr Unternehmen selbst Strom produzieren. Schon jetzt erzeugen laut einer aktuellen Studie der Unternehmensberatung Ernst & Young rund 47 Prozent der deutschen Firmen Energie, vor allem mit Blockheizkraftwerken und Photovoltaikanlagen. Ein Viertel plant das in den kommenden drei bis fünf Jahren. Die Idee eines Mitarbeiter-Solarparks ist noch recht neu und wenig verbreitet. Solche Beteiligungsmodelle dürften künftig aber eine immer größere Rolle spielen – gerade angesichts steigender Strompreise.

Das Engagement lohnt sich vor allem aus Umwelt- und Imagegründen. Nicht zuletzt ist eine gute CO2-Bilanz aber auch für die sogenannten Nachhaltigen Investmentfonds wichtig, die ihr Anlageportfolio danach ausrichten, ob ein Konzern Umweltstandards einhält. „Da können Unternehmen langfristig orientierte, große Anteilseigner gewinnen, sofern sie sich an die Vorgaben halten“, sagt Carsten Herbes, Professor für den Bereich Erneuerbare Energien an der Hochschule für Wirtschaft und Umwelt Nürtingen-Geislingen im Gespräch mit Handelsblatt Online.

Der Clou bei den Mitarbeitermodellen: Die Unternehmen müssen meist nichts weiter tun, als ihre freien Flächen zur Verfügung zu stellen. Das nötige Geld aufzutreiben, die Verwaltung, die Wartung und Instandhaltung sowie die Werbung – all das übernehmen ihre Mitarbeiter, oft in ihrer Freizeit. Deren Lohn wiederum ist ein besseres Gewissen und eine gute Verzinsung ihres Kapitals. Im Vergleich zu anderen Anlageformen ist das Risiko dank der garantierten Einspeisevergütung gering, was den Ertrag besonders attraktiv erscheinen lässt. Im Durchschnitt erhalten die Mitarbeiter rund vier Prozent Rendite auf ihr Kapital, hat der Deutsche Genossenschafts- und Raiffeisenverband ausgerechnet.

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