Möbelhändler
Ikea verkauft nun auch Solaranlagen

Seit dieser Woche gibt es im britischen Southampton Solaranlagen zu kaufen. Ein Zufall ist es nicht, dass sich Ikea Großbritannien als Testmarkt ausgesucht hat. Und der schwedische Möbelriese hat sich viel vorgenommen.
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StockholmDer schwedische Einrichtungsriese Ikea steigt ins Geschäft mit erneuerbarer Energie ein. Seit gestern verkauft der weltgrößte Möbelkonzern im britischen Southampton Solaranlagen. In den kommenden zehn Monaten sollen weitere 16 Ikea-Häuser in Großbritannien die Solaranlagen für Einfamilienhäuser ins Programm aufnehmen.

Anders als bei den meisten Möbelstücken benötigt der Kunde weder Sechskantschlüssel noch muss er die Solaranlage auf dem Dach seines Eigenheims selbst installieren. Für umgerechnet knapp über 6.800 Euro erhält der Käufer eine 3,36-Kilowatt-Anlage inklusive Installation. Die Anlagen werden von dem chinesischen Solarzellen-Hersteller Hanergy produziert.

Es ist kein Zufall, dass sich Ikea Großbritannien als Testmarkt ausgesucht hat. Denn auf der Insel sind Solaranlagen kaum verbreitet. Um das zu ändern, hat die britische Regierung großzügige Subventionen beschlossen. Und die scheinen Wirkung zu zeigen: In den vergangenen zwölf Monaten wurden 25 Prozent mehr Solaranlagen verkauft.

Ob der schwedische Möbelriese sein Solar-Angebot auch nach Deutschland bringen wird, ist noch unklar. Man beobachte die Entwicklung in Großbritannien aber genau, hieß es bei Ikea Deutschland. Möglicherweise schrecken die gekürzten deutschen Solarsubventionen den schwedischen Einrichtungskonzern ab.

Doch nicht nur die Kunden sollen die Energiewende mit dem Kauf der Solaranlagen einleiten, auch Ikea selbst hat sich viel vorgenommen. Schon in zwei Jahren sollen 70 Prozent der benötigten Energie aus Solar- und Windkraftanlagen stammen, 2020 will der Konzern Selbstversorger sein. Die Schweden haben sich in mehrere europäische Windkraftparks eingekauft.

Helmut Steuer berichtet für das Handelsblatt aus Skandinavien. Regelmäßig ist er auch in der Ukraine unterwegs.
Helmut Steuer
Handelsblatt / Korrespondent
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