Nach Offshore-Einigung
Verbraucherschützer befürchten steigende Strompreise

Eigentlich soll die geplante Ökostrom-Förder-Reform von Union und SPD den Strompreisanstieg bremsen. Doch Verbraucherschützer befürchten, dass das Gegenteil eintritt – und damit Mehrkosten auf die Verbraucher zukommen.
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BerlinDie in den Koalitionsverhandlungen von Union und SPD erzielte Einigung auf bessere Förderbedingungen für Windparks in Nord- und Ostsee könnte die Strompreise stark belasten. Das geht aus Berechnungen des Energieexperten der Verbraucherzentrale Bundesverband, Holger Krawinkel, hervor. Demnach drohen hier bis zum Jahr 2020 jährliche Gesamtkosten von bis zu 4,5 Milliarden Euro.

Das bisher bis 2017 befristete Modell mit einer Anfangsvergütung von 19 Cent je Kilowattstunde über einen Zeitraum von acht Jahren soll um zwei Jahre bis 2019 verlängert werden, um das bereits von 10.000 auf 6500 Megawatt gesenkte Ausbauziel bis 2020 noch zu schaffen.

Die auf den Strompreis abgewälzte Summe könne sich dann der Marke von 30 Milliarden Euro im Jahr nähern, so Krawinkel. 2014 werden es 23,5 Milliarden Euro sein. Zusammen mit den Stromtransportkosten drohten Haushalten jährliche Offshore-Kosten von bis zu 75 Euro, warnte er. Eigentlich ist es erklärtes Ziel von Union und SPD, den Strompreisanstieg durch eine Ökostrom-Förder-Reform zu bremsen.

Aus Krawinkels Sicht droht dies nun aber konterkariert zu werden. „Die gleiche Leistung mit konventioneller Windkraft an Land kostet ein Fünftel“, sagte er dem Energie-Fachportal „Bizzenergytoday.com“. „Es ist wie beim Transrapid: Klar, er war etwas schneller. Aber der Nutzen stand in keinem Verhältnis zu den enormen Kosten im Vergleich zu konventionellen Hochgeschwindigkeitszügen.“ Die Anlagen stünden einfach zu weit draußen und zu tief im Meer. „Ich fürchte, wir erleben bald die teuerste Form einer Seebestattung von technologischen Machbarkeitsphantasien“, meinte Krawinkel.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
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