Netz-Firmen
Ziele für Offshore-Wind sollen gekürzt werden

Das Ziel der Regierung müsse auf ein realistisches Niveau gekürzt werden, so die Betreiber der Stromnetze. Außerdem müssten Windparkbetreiber länger in den Genuss einer erhöhten Förderung kommen.
  • 0

BerlinDie Stromnetz-Betreiber plädieren für eine Kappung der Regierungsziele für Windstrom auf hoher See sowie neue Regelungen für den Leitungsbau. Das Ziel von über 14 Gigawatt Offshore-Leistung bis 2023 müsse auf ein realistisches Niveau von 8,5 Gigawatt gekürzt werden, heißt es in einem gemeinsamen Drei-Punkte-Plan von Tennet und 50hertz, der Reuters am Mittwoch vorlag. Die beiden Firmen sind für den Leitungsbau in Nord- und Ostsee sowie an den Küsten verantwortlich.

Sie verlangen ferner, dass die erst vor gut einem Jahr geänderten gesetzlichen Vorschriften für einen beschleunigten Ausbau reformiert werden. So müssten Windparkbetreiber länger in den Genuss einer erhöhten Förderung kommen, um ihre Projekte umsetzen zu können. Die Netzbetreiber wiederum dürften erst dann zum weiteren Leitungsbau verpflichtet werden, wenn mindestens 70 Prozent der vorhandenen Kapazitäten belegt seien.

Hintergrund der Überlegungen ist der jahrelange Streit über den stockenden Ausbau von Windenergie auf hoher See. Die Netzbetreiber wollen nicht mit milliardenschweren Kosten für den Bau von Leitungen und Umspannplattformen belastet werden, wenn sie keine Sicherheit haben, dass sie von ausreichend Windparks genutzt werden. Umgekehrt wollen die Windparkbetreiber erst bauen, wenn sie sicher sind, dass ihr Strom abtransportiert werden kann.

Um das Dilemma zu lösen, hatte die Regierung erst im vergangenen Jahr das Energiewirtschaftsrecht geändert. Bei Verspätungen des Netzausbau zahlen so die Verbraucher über eine Umlage den Windparkbetreibern einen Teil der Ausfälle. Umgekehrt sind die Netzfirmen verpflichtet, bei definitiven Investitionsentscheidungen für Windrädern innerhalb einer gesetzten Frist einen Anschluss zur Verfügung zu stellen.

Die Netzbetreiber wollen nun, dass die Pflicht zum Neubau erst eintritt, wenn 70 Prozent der Anbindung gesichert von Windparks belegt ist. Diese wiederum sollen eine erhöhte Vergütung für ihren Strom länger bekommen als bisher von der Regierung geplant. Derzeit bekommen sie nur Betreiber, die ihre Windräder bis 2017 gebaut haben. Damit sollte ebenfalls eine Beschleunigung des Ausbau erreicht werden. Die Netzbetreiber wollten die Frist nun bis 2023 verlängert sehen, um mehr Zeit für die Anschlüsse zu haben.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%