Netzbetreiber
Keine Angst vor dem Blackout-Gespenst

Einen Strom-Blackout muss Europa in diesem Winter kaum fürchten, sagen die Netzbetreiber. Gas- und Kohlereserven wurden ausgebaut. Das wachsende Angebot an erneuerbaren Energien könnte aber für Probleme sorgen.
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Brüssel/BonnSo sicher wie der erste Schnee kommt Jahr für Jahr im Winter die Angst vor einem Strom-Blackout mit Milliardenschäden. Diesmal sind die Netzbetreiber aber optimistisch: Sie glauben, gut vorgesorgt zu haben. Europaweit hätten die Unternehmen deutlich mehr Reserven bei Gas und Kohle aufgebaut als im Vorjahr, resümierte der europäische Netzbetreiberverband ENTSO-E am Donnerstag in Brüssel. „Ich bin sehr zuversichtlich, dass es keinen Blackout geben wird“, sagte der Chef der Bundesnetzagentur in Bonn, Jochen Homann.

Wenn es richtig kalt wird und der Frost länger bleibt, bräuchten viele Länder natürlich Stromimporte und damit leistungsfähige grenzüberschreitende Leitungen, heißt es in dem Bericht. Aber selbst im Fall einer Kältewelle, wie sie nur alle zehn Jahre vorkommt, lägen die Erzeugungskapazitäten noch um 43 Gigawatt über dem Bedarf. Das entspricht dem Stromverbrauch von 40 Millionen Menschen. Die Reserven seien im Vergleich zum Vorjahr deutlich gewachsen, auch in Deutschland. Die Versorgungsrisiken erschienen insgesamt begrenzt.

Die deutschen Netzbetreiber haben in Zusammenarbeit mit der Bonner Aufsichtsbehörde aufgerüstet: 2500 Megawatt an konventioneller Kraftwerksreserve mit Leistung unter anderem von österreichischen und italienischen Anlagen haben sie sich für den Notfall gesichert. Zudem laufen zwei moderne Gaskraftwerksblöcke mit rund 1400 Megawatt im bayerischen Irsching, die sonst abgeschaltet worden wären, im Stand-by-Modus zur kurzfristigen Sicherung der Netzstabilität. Die Eigentümer erhalten dafür eine separat verhandelte Vergütung, die die Stromkunden über die Netzentgelte bezahlen.

Wenn Versorger in Deutschland wegen der in den Keller gerutschten Strompreise Gas- oder Kohlekraftwerke abschalten wollen, müssen sie das in Bonn genehmigen lassen. Und Genehmigungen für den Süden, wo die abgeschaltete Atomkraft fehlt, gibt es praktisch nicht, wie eine Sprecherin sagt. Die sichere Erzeugungskapazität ist in Deutschland auf 5000 bis 6000 Megawatt gewachsen - nicht zuletzt dank der oft kritisierten neuen RWE-Braunkohlekraftwerke im rheinischen Revier.

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Forderung nach mehr internationalen Stromverbindungen

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