Offshore-Branche
Von der Pionier- in die Industriephase

Vor dem Branchentreffen Windforce in Bremen hat sich die Unsicherheit über die Zukunft der Offshore-Windenergie weitgehend gelegt. Die Branche will mit dem Bau mehrerer Kraftwerke in Nord- und Ostsee neu durchstarten.
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Nachdem die Bundesregierung ihren energiepolitischen Kurs festgelegt hat, will die Offshore-Branche mit dem Bau von Windparks auf See neu durchstarten. Gleichzeitig müsse aber die Kurzarbeit bei einigen Anlagenherstellern verlängert werden, fordert der Geschäftsführer der Windenergie-Agentur (WAB), Ronny Meyer, zum Beginn der Fachkonferenz und Messe Windforce in Bremen. Grund sei, dass Investitionsentscheidungen erst mit Zeitverzug in den Produktionshallen ankommen. Der lange politische Streit hatte zum Stopp mehrerer Projekte geführt und Hersteller von Offshore-Anlagen in Schwierigkeiten gebracht.

Wo steht die Offshore-Branche im Moment?
Ronny Meyer: Die Branche geht über von der Pionierphase in die Industriephase. Wir bauen derzeit mehrere Offshore-Windparks in der deutschen Nordsee und Ostsee. Und das tun wir mittlerweile schneller und effektiver als bei den ersten Windparks. Insofern ist es nach einer langen Vorbereitungszeit richtig losgegangen.

Was muss nach der zögerlichen Überarbeitung des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) noch von der Politik kommen?
Ronny Meyer: Die Phase der politischen Unsicherheit hat in der Vergangenheit zu Entlassungen am Anfang der Wertschöpfungskette bei den Turbinenherstellern geführt. Was die energiepolitische Fragestellung angeht, erwarten wir gar nichts mehr. Wir wollen jetzt Offshore-Windparks bauen - und das tun wir auch. Wir brauchen eine Verlängerung der Kurzarbeit-Regelungen, damit die Arbeit, das Know-how und die Innovationen auch in Deutschland bleiben.

Kann die Branche mit den Regelungen des neuen EEG leben?
Ronny Meyer: Mit dem Gesetzentwurf, der vorgelegt wurde, können wir im wesentlichen zufrieden sein. Wir haben noch Kritik, was das Ausbauziel bis 2030 angeht. Auf kurzfristige Sicht haben wir wieder den stabilen politischen Rahmen, den wir brauchen.

Welchen Stellenwert hat die Windforce für die Branche?
Ronny Meyer: Die Windforce ist die größte Konferenz und Messe der Branche in Deutschland und eine der größten im Nordseeraum. Wir erwarten 5000 bis 6000 Fachbesucher bei der Messe und über 500 Konferenzteilnehmer. Es ist der Branchentreff in Deutschland.

Zur Person: Ronny Meyer ist als Geschäftsführer der Windenergie-Agentur (WAB) mit Standorten in Bremerhaven und Berlin ein Kenner der Branche. Der 37 Jahre alte Physiker übernahm die Aufgabe im Jahr 2010. Zuvor hatte er sich bereits bei anderen Unternehmen mit erneuerbaren Energien befasst. In der WAB sind mehr als 350 Unternehmen und Institute zusammengeschlossen.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
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