Pipeline-Projekt
TransCanada erkauft sich Stillschweigen

Die Spende von TransCanada an eine Ortschaft im kanadischen Ontario ist eine eigennützige. Mit einem neuen Rettungswagen erkauft sich der Öl- und Gas-Konzern das Stillschweigen zu einem umstrittenen Pipeline-Projekt.
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TransCanada Corp. hat einer Stadt in der kanadischen Provinz Ontario, die an ihrer geplanten Energy-East-Pipeline liegt, Bargeld gespendet – allerdings unter der Auflage, dass sich der Ort nicht zu den operativen Geschäften des Unternehmens äußert.

TransCanada hat Mattawa insgesamt 30.000 Kanada-Dollar (knapp 21.000 Euro) zum Kauf eines Rettungswagens zur Verfügung gestellt, wie aus einer schriftlichen Vereinbarung hervorgeht. Gleichzeitig stimmte die Stadt zu, sich fünf Jahre lang „nicht öffentlich zu Betrieb oder Geschäfts-Projekten von TransCanada“ zu äußern, wie das Dokument zeigt.

TransCanada plant, sich in diesem Jahr um eine Erlaubnis für Energy East zu bewerben. Mit der Pipeline würden die Atlantik-Küste und die Golf-Küste sowie Märkte in Europa und Asien mit Rohöl versorgt. Das Projekt besteht aus einer umgebauten Gas-Leitung nahe Mattawa sowie einer neu gebauten Pipeline weiter östlich.

„Dies ist eine Maulkorb-Anordnung“, sagte Andrea Harden-Donahue, die sich bei der gemeinnützigen Organisation Council of Canadians für Energie- und Klima-Themen einsetzt. „Diese Art von schmutzigen Tricks behindern die öffentliche Debatte zu Energy East – einer Pipeline, die signifikante Risiken für die Orte entlang ihrer Route mit sich bringt.“

Ein Vertreter von TransCanada wies die Vorwürfe zurück. „Der Wortlaut in der Vereinbarung war dazu gedacht, zu verhindern, dass sich Orte zu öffentlichen Kommentaren für uns verpflichtet fühlen bei Projekten, die sie nicht betreffen - und bei denen sie keine Erfahrung und kein Wissen haben“, sagte Sprecher Davis Sheremata.

Der Wortlaut in den Verträgen soll seinen Worten zufolge nun überprüft werden, um sicherzustellen, dass die Städte wissen, dass sie ihr volles Recht zu einer Beteiligung an einem „offenen und freien Dialog über unsere Projekte“ behalten.

Agentur
Bloomberg 
Bloomberg / Nachrichtenagentur
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