Reformpläne: Von der Windenergie bis zur Eigenstromversorgung

Reformpläne
Von der Windenergie bis zur Eigenstromversorgung

Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel plant eine Ökostromreform. Sowohl energieintensive Unternehmen als auch Windkraft müssen sich auf Einschnitte einstellen. Doch an seinem Konzept gibt es auch heftige Kritik.
  • 28

HamburgAuch wenn Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) und die Energieminister der Länder bei ihrem Treffen am Donnerstag in Berlin die Kooperationsbereitschaft betonten - in der Sache liegen die Positionen im Ringen um ein neues Erneuerbare-Energien-Gesetz teilweise noch weit auseinander. Neben Abstrichen bei der Ökostrom-Förderung geht es dabei besonders um den von Gabriel geplanten Ausbaudeckel für Windstrom, jedoch auch um zahlreiche weitere Einzelpunkte:

Windkraftanlagen an Land

Gabriel will die Förderung von Windkraftanlagen an Land kürzen und deren Ausbau auf 2500 Megawatt pro Jahr begrenzen. Während die Förderkürzung angesichts der hohen Rentabilität von Windstrom grundsätzlich auf Verständnis stoßen, sehen Umweltverbände, Länder und Opposition im Bund durch die Mengenbegrenzung zentrale Klimaschutzziele gefährdet. Strittig ist dabei auch das Einberechnen des sogenannten Repowering oder der Stilllegung älterer Windkraftanlagen. Vor allem süddeutsche Länder befürchten, dass sich Windstrom in küstenfernen Regionen künftig generell nicht mehr lohnen könnte.


Marktintegration und Ausschreibungsmodell

Bei der von Gabriel geforderten besseren Marktintegration des Ökostroms besteht zwar Einigkeit in der grundsätzlichen Zielrichtung, nicht aber in entscheidenden Details. So gibt es Befürchtungen von Branchenverbänden und Ländern, die ab 2017 vorgesehene Ermittlung der Förderhöhe über Ausschreibungen werde kleinere, regionale Anbieter im Vergleich zu großen Konzernen und Finanzinvestoren benachteiligen und Planungssicherheit für Investoren verringern. Umweltverbände halten zudem die vorgesehenen Fristen für die künftig verpflichtende Direktvermarktung von Ökostrom für zu kurz.

Offshore-Windenergie

Abstriche bei den Ausbauzielen für Offshore-Windparks stoßen auf Kritik in den norddeutschen Küstenländern sowie bei Wirtschaftsvertretern und Gewerkschaften der am Bau und Betrieb beteiligten Unternehmen. Sie heben hervor, die Windparks seien wegen ihrer konstant hohen Leistungsfähigkeit wichtige Grundpfeiler eines auf Ökostrom gestützten Energiesystems. Umweltverbände halten sich gleichwohl mit Blick auf die hohen Kosten von Offshore-Windstrom mit Kritik an diesen Kürzungsplänen eher zurück.

Seite 1:

Von der Windenergie bis zur Eigenstromversorgung

Seite 2:

Biomasse, Eigenerzeugung und Industrie-Privilegien

Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%