Rückschlag für Offshore: Ein Windpark und ein Sterntaucher

Rückschlag für Offshore
Ein Windpark und ein Sterntaucher

Ein Konsortium stoppt wegen einer geforderten Vogelschutzstudie den Ausbau des weltgrößten Offshore-Parks. Für die Energiepolitik in Großbritannien ist das ein neuer Rückschlag.
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LondonFür einen Wasservogel ist der Sterntaucher eher klein. 55 bis 67 Zentimeter wird er groß und im Schnitt nur 1700 Gramm schwer. Doch der kleine Vogel hat dem deutschen Energiekonzern Eon ein großes Problem beschert: Wegen einer geforderten Studie über den Schutz dieser Art hat ein internationales Konsortium unter Beteiligung von Eon seine Pläne zum Ausbau des weltgrößten Offshore-Windparks vor der ostenglischen Küste jetzt abgesagt.

In der Untersuchung sollten die Deutschen, die dänische Dong Energy und der arabische Energieinvestor Masdar nachweisen, dass sich die Auswirkungen auf den Sterntaucher in Grenzen halten und der Status eines Schutzgebiets nicht gefährdet wird. Ein Aufwand, den die Energiekonzerne scheuten: Das Gemeinschaftsunternehmen geht davon aus, dass die Studie mindestens drei Jahre in Anspruch genommen hätte. Auch danach habe es keine Garantie gegeben, dass die Behörden das Projekt durchgewinkt hätten. Zudem habe es technische Probleme gegeben.

Der Windpark London Array sollte der größte Windpark in der Nordsee werden. Geplant war, die Kapazität der Anlage im Mündungsbereich der Themse von bislang 630 Megawatt um 200 Megawatt zu erweitern. Für die Energiepolitik in Großbritannien ist das ein neuer Rückschlag. Großbritannien gilt zwar wegen seiner Insellage und der vergleichsweise flachen Küstengewässer als idealer Standort für Offshore-Windparks. In den vergangenen Monaten haben jedoch bereits Firmen wie RWE oder die Iberdrola-Tochter Scottish Power ihre Pläne für den Bau von Windkraftanlagen auf See vor der britischen Küste zurückgefahren oder aufgegeben. Gründe waren hohe Baukosten - und technische Probleme.

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