Solartechnik
Platzsparende Speichersysteme

Weil die Technik solarthermischer Anlagen viel Platz einnimmt, kommt die Energiewende im Wärmesektor nur schleppend voran. Neue Speichersysteme sollen das ändern: Sie sind kleiner – und obendrein energieeffizienter.
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KölnHäuslebauer und Gewerbetreibende machen das Dach zur Heizung: Über 1,8 Millionen solarthermischer Anlagen gibt es laut Bundesverband Solarwirtschaft mittlerweile. Dennoch sagt Geschäftsführer Jörg Mayer: „Von einer Energiewende im Wärmesektor kann bislang leider in Deutschland kaum die Rede sein.“ Um die Ziele der Energiewende zu erreichen, müsste der jährliche Ausbau der Kollektorenfläche doppelt so hoch sein.

Dass die Solarthermie nur schleppend vorankommt, liegt auch daran, dass die Technik viel Raum braucht - nicht nur für die Kollektoren, sondern vor allem für Speicher, die die an Sommertagen erzeugte Wärme konservieren: Bisher sind dafür riesige Wassertanks nötig, für die bei bestehenden Gebäuden oft kein Platz ist. Abhilfe versprechen nun Wissenschaftler, die an neuen Wärmebatterien arbeiten. Die Idee: Statt erhitztes Wasser durch Isolierung zu konservieren, nutzt man zum Speichern und Abrufen von Wärme chemische beziehungsweise physikalische Reaktionen bestimmter Stoffe.

So könnte der Raumbedarf auf ein Viertel schrumpfen, wie ein Projekt des Fraunhofer-Instituts für Grenzflächen- und Bioverfahrenstechnik (IGB) zeigt. Als Speichermaterial nutzen die Forscher Zeolithkügelchen. In seiner natürlichen Form auch als „Siedestein“ bezeichnet, hat das Material die Eigenschaft, Wasser in seinen Poren zu adsorbieren und dabei Wärme freizusetzen. Umgekehrt gibt Zeolith das Wasser wieder ab, wenn man die Kügelchen erwärmt. „Das gespeicherte Wärmepotenzial kann nach beliebig langer Zeit verlustfrei abgerufen werden“, erklärt Fraunhofer-Forscher Timo Langhof.

Derzeit testet das Fraunhofer-Institut einen Speicher, der 750 Liter fasst. Die Technik hält Langhof nicht nur im Gebäudebereich für interessant: „Unser Fokus liegt auf einer verstärkten Nutzbarmachung der Solarthermie für industrielle Anwendungen.“ Zudem werde eine Effizienzsteigerung von wärmeintensiven Industrieprozessen und Anlagen mit Kraft-Wärme-Kopplung angestrebt. Zu den Interessenten zähle ein Energiekonzern in Estland, der Abwärme von Biomasse-Kraftwerken nutzbar machen wolle. Bisher erreichten die Forscher 130 Grad, für höhere Temperaturen erproben sie nun flüssige Stoffe.

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Platzsparende Speichersysteme

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Immer neue Speichermaterialien

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