Speicher für Solarstrom
Vom Dach in den Keller

Während die Preise ihrer Versorger weiter steigen, können Verbraucher mit Speichersystemen für Solarstrom ihre eigenen Kosten senken. Das Geschäft mit den Batterien soll sich in den kommenden Jahren in Europa verdoppeln.
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DüsseldorfUdo Möhrstedt ist überrascht. "Wir haben allein auf der Messe Intersolar 85 Speichersysteme verkauft", freut sich der Vorstandschef von IBC Solar. "So eine Nachfrage habe ich noch nicht erlebt", sagt der Inhaber des größten deutschen Händlers von Solaranlagen.

Die Verbraucher entdecken das Thema Stromspeicher. Statt ihren Solarstrom vom Dach ins Netz einzuspeisen, verbrauchen sie ihn selbst. Und sie speichern den überschüssigen Strom vom Tage in einer Batterie im Keller, um abends ihr Licht oder ihren Fernseher zu betreiben. So können sie langfristig ihre eigenen Energiekosten senken, wenn die Strompreise ihres Versorgers weiter steigen.

Noch speichern zwar erst wenige ihren Strom. Doch das wird sich ändern. Die Boston Consulting Group (BCG) geht in einer neuen Studie davon aus, dass der Umsatz mit Speichersystemen in Europa bis 2015 auf rund zwei Milliarden und bis 2020 auf knapp fünf Milliarden Euro wachsen wird. Etwa die Hälfte des Gesamtmarkts entfällt auf kleine Batterien. "Deutschland wird bis 2015 etwa 60 Prozent des europäischen Markts für Speichertechnologie ausmachen", sagte BCG-Energieexperte Cornelius Pieper dem Handelsblatt. Bislang speisen die meisten Solaranlagen ihren Strom ins Netz ein. Dafür gibt es eine Einspeisevergütung.

Diese Solarförderung pro Kilowattstunde ist aber seit 2010 für kleinere Anlagen von 39 auf 17 Cent gefallen. Da gleichzeitig die Anschaffungspreise für Photovoltaik-Systeme drastisch gefallen sind, wird es für Privathaushalte und Gewerbebetriebe lohnender, ihren Strom selbst zu verbrauchen.

SMA Solar bietet ab Herbst eine Kombination aus Wechselrichter, dem Herzstück einer Solaranlage, und einem Speichersystem von rund zwei Kilowattstunden an. Nach Berechnungen des Unternehmens deckt die Batterie den Strombedarf einer vierköpfigen Familie für etwa drei Stunden.

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Noch sind Solarspeicher teuer

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