Stromkosten
Die Lasten der Energiewende

Der Edelstahlproduzent Outokumpu muss mehr Geld für seinen Strom bezahlen - und führt nun Kurzarbeit ein. Dabei erfüllt das Bochumer Werk die Bedingungen für die reduzierte EEG-Umlage.
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BerlinDie Kostenbelastung durch die Förderung erneuerbarer Energien treibt die Industrie in die Enge. Jüngstes Beispiel: Outokumpu Nirosta hat für die 500 Mitarbeiter seines Bochumer Werkes für drei Monate Kurzarbeit beantragen müssen. Das Unternehmen begründet seine Entscheidung damit, dass seine Stromrechnung mit der Umlage nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) in voller Höhe belastet wird. Das Werk gehörte früher zu Thyssen-Krupp. Der finnische Outokumpu-Konzern hatte die Edelstahlsparte der Essener 2012 übernommen.

Stahlproduzenten wie Outokumpu zahlen normalerweise nur eine stark reduzierte EEG-Umlage - statt 5,277 Cent je Kilowattstunde sind es 0,05 Cent. Diese "besondere Ausgleichsregelung" soll den Unternehmen das Überleben im internationalen Wettbewerb ermöglichen. Die Betriebe müssen die Gewährung der Ausgleichsregelung Jahr für Jahr beim Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (Bafa) beantragen. Voraussetzung ist ein Stromkostenanteil an der Bruttowertschöpfung von 14 Prozent sowie ein Stromverbrauch von mindestens einer Gigawattstunde pro Jahr - Werte, die das Bochumer Werk locker überschreitet. Doch das Bafa schaltet auf stur.

"Unsere Anträge auf Gewährung der besonderen Ausgleichsregelung wurden seit 2005 völlig problemlos akzeptiert. 2013 ist das anders. Daraus erwachsen immense finanzielle Belastungen. Seit Anfang des Jahres zahlen wir monatlich rund 2,5 Millionen Euro mehr an EEG-Umlage als in den Vorjahren", sagt Wolfgang Hesse, Vorstandsvorsitzender von Outokumpu Nirosta, dem Handelsblatt. "Aufs Jahr gerechnet werden uns 30 Millionen Euro vorenthalten", so Hesse.

Um die Ausgleichsregelung tobt seit Monaten politischer Streit. Zuletzt hatte Bundesumweltminister Peter Altmaier (CDU) versucht, dieses Privileg für die Industrie um 700 Millionen Euro zu kürzen, damit die EEG-Umlage nicht weiter steigt. Er war aber am Widerstand der Länder gescheitert.

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