Strompreisverfall: Energiewende beutelt Stadtwerke

Strompreisverfall
Energiewende beutelt Stadtwerke

Der Preisverfall an den Strombörsen trifft auch die Städte hart. Sie haben kaum Ausweichmöglichkeiten, Einnahmeverluste zu kompensieren. Schlussendlich trifft es die Bürger, denn schnelle Lösungen sind nicht in Sicht.
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LünenDas nagelneue Kohlekraftwerk im westfälischen Lünen läuft fast rund um die Uhr – aber heraus kommen für die kommunalen Eigentümer nur Verluste. Für das erste Betriebsjahr erwartet der Chef des Stadtwerkeverbundes Trianel, Sven Becker, ein Minus von rund 100 Millionen Euro. Trianel wird wie die anderen rund 350 deutschen, selbst Energie erzeugenden Stadtwerke von den abgestürzten Preisen an den Strombörsen getroffen – und zwar besonders hart. Anders als die großen Konzerne haben sie deutlich weniger Reserven.

„Spätestens Ende 2015 muss Schluss sein mit den roten Zahlen in der Erzeugung. Sonst kommen viele Stadtwerke in ganz schweres Wasser“, sagt der Chef des Verbandes kommunaler Unternehmen, Ivo Gönner.

Scharfe Sparprogramme und Einstellungsstopps sind bei den Kommunalwerken mit ihren bundesweit rund 140.000 Beschäftigten längst Alltag. Mehrere von ihnen mussten inzwischen zum letzten Mittel greifen und ihre verlustbringenden Kraftwerke bei der Bundesnetzagentur zur Abschaltung anmelden – so etwa im ostwestfälischen Porta Westfalica, in Mainz, Mannheim und Würzburg.

Anders als die Großkonzerne, die Verluste mit Auslandsgeschäften, Kernkrafteinnahmen oder anderen Quellen wenigstens teilweise ausgleichen können, verlieren die Kommunen mit einer solchen Abschaltung aber eine zentrale Einnahmequelle. Deutliche Gewinne in der Energieversorgung, planmäßige Verluste beim Nahverkehr, unter dem Strich eine schwarze Null – so lautete schließlich lange Jahre die Arithmetik der Kommunalparlamente.

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