Stromspeicher
Windstrom lagert im Salzstock

Die Umwandlung von Ökoenergie in Wasserstoff soll die Versorgung stabilisieren. Der Bedarf an Speichern wie diesen dürfte rasant wachsen, denn der Ausbau der unsteten erneuerbaren Energiequellen schreitet im Eiltempo voran.
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BerlinDie steife Brise an der Küste weht beständig, dennoch stehen Windräder immer öfter still - die Stromnetze sind überlastet. Für die Lösung des Problems lenkt Chemcoast, eine Initiative der Chemiestandorte in Norddeutschland, den Blick nun unter die Erde: Die Metropolregion Hamburg, so eine von Chemcoast in Auftrag gegebene Studie, verfüge über ausreichende geologische Salzformationen, in denen sich überschüssiger Windstrom kostengünstig speichern ließe - und zwar in Form von Wasserstoff. Per Elektrolyse gewonnen, lässt sich das Gas unterirdisch in Kavernen lagern und bei Bedarf wieder zu Strom für das verarbeitende Gewerbe verwandeln oder als Kraftstoff für Fahrzeuge nutzen.

Der Bedarf an Speichern wie diesen dürfte rasant wachsen, denn der Ausbau der unsteten erneuerbaren Energiequellen schreitet im Eiltempo voran. Bei Windkraftanlagen in Deutschland wird der Zubau eine Dimension erreichen, wie schon seit zehn Jahren nicht mehr. Rund 3 000 Megawatt sollen laut Bundesverband Windenergie (BWE) in 2013 entstehen. Bei der Solarenergie rechnet das Bundesumweltministerium mit einem Zuwachs von etwa vier Gigawatt.

Während Pumpspeicherkraftwerke aufwendig und geografisch stark beschränkt sind, gelten chemisch gewonnener Wasserstoff oder synthetisches Erdgas als flexiblere Alternativen. "Power-to-Gas" wird die Umwandlung im Branchenjargon genannt. "Ohne dieses Verfahren mit Wasserstoff als Grundbaustein wird die Energiewende nicht funktionieren", sagt Michael Specht, Wissenschaftler am Zentrum für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung Baden-Württemberg (ZSW).

Derzeit sind elf Pilotanlagen von der Deutschen Energie-Agentur (dena) und Projektpartnern in Betrieb, das entspricht einer Leistung von zwei Megawatt. Bis 2022 ist ein Anstieg auf mindestens 1000 Megawatt geplant. Drei neue Anlagen befinden sich im Bau, zu zwei weiteren laufen die Planungen. Den Sprung zur Massentechnologie wird Power-to-Gas nach Einschätzung der dena aber erst dann schaffen, wenn die Anlagen von Abgaben befreit und über Marktanreizprogramme gefördert werden.

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