Studie
Häfen zu klein für geplante Offshore-Windparks

Die Bauteile für Windkraftanlagen auf hoher See erreichen oft enorme Größen. Der Zentralverband der deutschen Seehafenbetriebe sieht damit Probleme auf die Nord- und Ostseehäfen zukommen.
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BerlinFür den geplanten Ausbau der Windkraftparks vor der deutschen Küste müssen aus Sicht der Branche einige Häfen an Nord- und Ostsee noch kräftig ausgebaut werden. Nötig seien Investitionen von rund einer Milliarde Euro, sagte das Präsidiumsmitglied des Zentralverbandes der deutschen Seehafenbetriebe, Andreas Wellbrock, am Freitag in Berlin. An der Nordsee würden noch drei Terminals für Windkraftanlagen gebraucht, an der Ostsee eines. Bremerhaven und Cuxhafen sowie Sassnitz haben ihre Hafeninfrastruktur bereits für zusammen rund 150 Millionen Euro aufgerüstet.

Eine Studie der Stiftung Offshore-Windenergie kommt zu dem Ergebnis, dass selbst bei einem langsamen Ausbau der Windparks die Hafenkapazität für den Umschlag der riesigen Fundamente, Türme und Rotorblätter noch zu gering sei. Wellbrock forderte von der Bundesregierung eine „aktive Industriepolitik“, damit die selbst gesteckten Ziele erreicht werden könnten. Bis zum Jahr 2030 sollen Windkraftanlagen mit mindestens 20 Gigawatt Leistung installiert sein. Bislang sind es lediglich 2,5 Gigawatt.

Der Verband für Schiffbau und Meerestechnik forderte staatliche Finanzierungshilfen für Werften und Zulieferer, die Spezialschiffe und Anlagen bauten. Die Unternehmen wollten „keine Subventionen“, sagte Hauptgeschäftsführer Reinhard Lüken. Sie wünschten sich aber Bürgschaften nach dem Vorbild der Hermes-Exportkreditversicherung. Deutsche Besteller würden gegenüber Exportkunden benachteiligt. „Einen neuen Industriezweig, den man erst noch zum Exportschlager ausbauen will, treibt man so ins Ausland“, kritisierte Lüken.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
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