Umfrage
Hacker sind Gefahr für Stromnetze

Hackerangriffe auf das Stromnetz sind eine reale Gefahr. Einer Umfrage zufolge schätzen die Mehrheit der Experten die Energie-Infrastruktur als angreifbar ein.
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DüsseldorfHacker legen großflächig das Stromnetz in Europa lahm – der Thriller-Autor Marc Elsberg hat mit dieser Fiktion einen Bestseller gelandet, der bis heute mehr als 600.000 Mal verkauft wurde. Doch ist diese Gefahr real?

Sie ist es. Dies zeigt das neue Energiemarktbarometer des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung das in den nächsten Tagen veröffentlicht wird und dem Handelsblatt exklusiv vorliegt. „Drei Viertel der befragten Energieexperten sehen ein Gefährdungspotenzial durch Hackerangriffe, Softwarefehler oder Computerviren“, sagt ZEW-Experte Andreas Löschel.

Bereits im Jahr 2010 hatte der Computerwurm „Stuxnet“ für Aufregung gesorgt und gezeigt, wie angreifbar kritische Infrastruktur ist. Nach unbestätigten Berichten hatten damals etwa die Hälfte der deutschen Versorger den Virus auf ihren Systemen entdeckt – ohne dass jedoch größerer Schaden entstand.

Das ZEW befragt zweimal im Jahr rund 200 Energieexperten aus Wissenschaft, Verwaltung und Praxis zu aktuellen Entwicklungen auf den Energiemärkten. Knapp die Hälfte der Befragten sieht ein „großes Gefährdungspotenzial“ durch Hackerangriffe, weitere 24 Prozent sehen zwar Gefahrenpotenzial, schätzen das Risiko aber als „eher gering“ ein. Von Computerviren geht nach Ansicht von einem Drittel der Befragten eine große Gefahr aus, Softwarefehler halten 20 Prozent für ein „großes Risiko“. Das ZEW betont, die Befragten seien keine IT-Experten; somit gebe die Umfrage ganz bewusst nur die Wahrnehmung in der Branche wieder.

Insgesamt hält etwa ein Viertel der befragten Fachleute die Energie-Infrastruktur für „schlecht“" oder „nicht gut“ vor digitalen Attacken geschützt. 57 Prozent sind der Ansicht, die Politik müsse sich diesem Problem stärker widmen. Weitere zehn Prozent sind gar der Ansicht, das Thema finde „viel zu wenig Beachtung“. 70 Prozent der Befragten sehen vor allem Bedarf bei Investitionen in die IT-Sicherheit, gut die Hälfte sieht höheren Beratungsbedarf bei den Unternehmen, immerhin 42 Prozent sehen höheren Forschungsbedarf.

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