US-Regierung
Mehr Investitionen in Stromnetze

Das betagte Stromnetz der USA ist sehr anfällig – erst Recht wenn schwere Stürme oder Gewitter eintreten. Die US-Regierung fordert daher nun mehr Investitionen in die Netze. Aber woher sollen das Geld kommen?
  • 4

New YorkAngesichts häufiger Stromausfälle mit Milliardenschäden für die Wirtschaft fordert die US-Regierung mehr Investitionen in das veraltete Stromnetz der Vereinigten Staaten. Ein am Montag veröffentlichter Bericht des Weißen Hauses beziffert die Verluste aufgrund von Stromunterbrechungen auf jährlich 18 bis 33 Milliarden Dollar (rund 14 bis 25 Milliarden Euro).

In Jahren mit besonders schweren Stürmen - wie etwa Sandy im vergangenen Jahr - kann die Summe bis auf 75 Milliarden Dollar anwachsen. Gewitter, Wirbelstürme und andere extreme Wetterereignisse waren für 58 Prozent aller Stromausfälle verantwortlich, die seit 2002 untersucht wurden. Wenn sie mehr als 50.000 Menschen betrafen, steckten sogar zu 87 Prozent Wetterereignisse dahinter. Klimaexperten erwarten eine weitere Zunahme solcher Ereignisse.

Gleichzeitig ist das betagte Stromnetz der USA sehr anfällig. Rund 70 Prozent der Leitungen und Transformatoren sind 25 Jahre oder älter. Dies macht sie Experten zufolge anfälliger für Störungen. Rein rechnerisch erlebt jeder US-Stromkunde jedes Jahr 1,2 Stromausfälle von insgesamt 112 Minuten Länge, wie die PA Consulting Group errechnet hat.

Der Regierungsbericht fordert Investitionen in Ausbildung und Vorbereitung sowie in bessere Ausstattung des Netzes - zum Beispiel Betonpfeiler - und bessere Messinstrumente, um Ausfälle vorherzusagen. Eine konkrete Summe wird aber nicht genannt. Auch gibt es in der Studie keinen Hinweis, woher frisches Geld kommen soll. US-Experten schätzen die nötige Investitionssumme auf 21 Milliarden Dollar im Jahr.

In Deutschland sind die lahmenden Investitionen in das Stromnetz im Rahmen der Energiewende ein großes Thema. In den USA ist die Problemlage ähnlich: Die Netzbetreiber investieren nicht, bevor die Behörden ihnen genehmigen, die Kosten auf ihre Kunden umzulegen. Die US-Aufsichtsbehörden zögern jedoch, höhere Verbraucherpreise zu genehmigen.

Agentur
ap 
Associated Press / Nachrichtenagentur
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%