Vergabe von Förderlizenzen
London erlaubt Fracking auch in Nationalparks

Befürchtete Umweltschäden durch Fracking scheinen die britische Regierung zu beeindrucken. In neuen Richtlinien erlaubt sie die umstrittene Gasfördermethode in Schutzgebieten – anders der Fahrplan der Bundesregierung.
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Die britische Regierung will die umstrittene Gasfördermethode Fracking in „außergewöhnlichen Fällen“ auch in Nationalparks erlauben. Die am Montag in London vor einem neuen Bieterwettbewerb um Förderlizenzen veröffentlichten Richtlinien erlauben Fracking unter bestimmten Umständen auch in weiteren Schutzgebieten wie Welterbestätten und außergewöhnlichen Landschaften. Wirtschafts- und Energieminister Matthew Hancock sagte, die Gebiete sollten unter anderem durch eine gründliche Überwachung der Fördermethoden geschützt bleiben.

Bei der Fracking-Methode wird unter hohem Druck ein Gemisch aus Sand, Wasser und Chemikalien in den Boden gepresst, um Gestein aufzuspalten und das darin enthaltene Erdgas zu fördern. Die Technologie ist unter anderem umstritten, weil durch die eingesetzten Chemikalien das Trinkwasser verunreinigt werden könnte. Kritiker befürchten zudem, dass die Methode weitere Umweltschäden anrichten und Beben auslösen können.

Die britische Regierung will dennoch nach dem Vorbild USA das Fracking ausbauen, um Arbeitsplätze zu schaffen, die Wirtschaft anzukurbeln und unabhängiger von Energieimporten zu werden. Die Bundesregierung will die Frackingmöglichkeiten dagegen stark einschränken. Die Gewinnung von Gas aus Schiefer- und Kohleflözgestein soll in Deutschland bis 2021 verboten werden. Das Fracking in konventionellen Lagerstätten wie dichtem Sandstein soll nur unter Auflagen möglich bleiben. In Wasserschutzgebieten und im Einzugsbereich von Talsperren und Seen, die der Trinkwassergewinnung dienen, will Berlin Fracking jeglicher Art verbieten.

afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur
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