Vor dem Super Bowl: Der Kampf gegen den Blackout

Vor dem Super Bowl
Der Kampf gegen den Blackout

Der Super Bowl wird wohl 20 Megawatt Strom verschlingen. Fachleute tüfteln seit Monaten daran, dass sich der Mega-Stromausfall des Vorjahres nicht wiederholt. Gelingt das nicht, droht ein Gouverneur mit einem Gemetzel.
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New JerseyAuf Drohungen versteht sich Chris Christie. Der Gouverneur von New Jersey, wo am 2. Februar der diesjährige Super Bowl ausgetragen wird, hat direkt klar gemacht, was passiert, wenn sich der Mega-Stromausfall wiederholen sollte, der im vergangenen Jahr den Super Bowl in New Orleans für eine halbe Stunde unterbrach. Bei einem ähnlichen Patzer in diesem Jahr, polterte Christie, würden „die Körper der Verantwortlichen auf dem Parkplatz verstreut“ werden.

Er werde keine Störungen akzeptieren, die die Chance seines Staates schmälerten, während der meistgesehenen TV-Jahresveranstaltung in den USA zu glänzen. 2013 saß Christie neben NFL-Ligaboss Roger Goodell, als die Lichter ausgingen. Mehr als 108 Millionen Menschen verfolgten das Blackout-Debakel im Fernsehen.

Nur Sekunden nach dem Stromausfall in New Orleans begann das Handy von Bill Labos in New Jersey zu vibrieren – und hörte nicht mehr auf. „Mein Blackberry ist mir fast aus der Tasche gefallen“, sagte Labos.

Er ist der Mann mit einem Spezialauftrag und der, der Christies Worte am meisten fürchten sollte: Labos soll verhindern, dass sich der Mega-Blackout, der größte in der Geschichte des US-Fernsehens bei einem solchen Event, wiederholt. Am 2. Februar treffen im großen Finale der NFL die Seattle Seahawks und die Denver Broncos in New Jersey aufeinander.

Die Ansage von Ralph LaRossa, Präsident der Public Service Enterprise Group, des US-Energieversorgers mit Sitz in New Jersey und gleichzeitig Labos' Chef, ist eindeutig: „Wir können nicht zulassen, dass so etwas hier passiert.” In den vergangenen zwölf Monaten hat Labos daher mit Stadion-Ingenieuren, Beratern und New Jerseyer Sportfunktionären daran gearbeitet, dass die Schreckensvision seines Chefs, Millionen von Fans und Sponsoren sowie Gouverneur Christie nicht wahr wird.

Da an dem Stromausfall 2013 vermutlich ein ausgefallener Schalter schuld war, ist die Elektrik innerhalb und außerhalb des MetLife-Stadium in East Rutherford (New Jersey) streng geprüft, modernisiert, gesichert und immer und immer wieder getestet worden, um sicherzustellen, dass alle Systeme laufen – vom Hochspannungskabel bis zu den Schaltern – und so ausfallsicher wie möglich sind.

„Unsere Routinetests werden exakt immer wieder wiederholt“, sagt Brian McCarthy, ein Sprecher der NFL. Die Tests sollten so realistisch wie möglich sein: Im September etwa überwachte Labos einen Zwölf-Stunden-Full-Power-Test im Stadium. Dort wurde der ganze Abend des Super Bowl simuliert. „Alles funktionierte. Wir sind zuversichtlich, dass wir das meistern“, sagt Labos.

Es gibt aber immer noch Worst-Case-Szenarien, verursacht etwa durch schlechtes Wetter. Denn der 48. Super Bowl ist der erste, der unter freiem Himmel in einem Kaltwetter-Staat ausgetragen wird. Freiliegende Leitungen in der Sportanlage könnten durch Eis und starken Wind beschädigt werden, sagt Labos.

Die NFL teilte mit, sie sei darauf vorbereitet, das Spiel in einem solchen Fall kurzfristig um einen oder zwei Tage zu verschieben. Ob die Amerikaner, die sich monatelang auf das Football-Endspiel freuen, ebenso bereitwillig und flexibel eine Verschiebung des Sonntagabendevents in Kauf nähmen, ist allerdings unklar.

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