Weniger Bürokratie
Den Gründergeist im Land neu entfachen

Die CDU will Start-ups in Deutschland beflügeln. Weniger Bürokratie und mehr Zugänge zu Kapital sollen das Klima für Neugründungen in Deutschland verbessern. Schon in der Bildung soll unternehmerisches Denken verankert werden.
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BerlinAuf ihrem Bundesparteitag wird sich die CDU in einem Leitantrag für mehr Wachstum und Beschäftigung einsetzen. Dazu gehört für die Partei, den Gründergeist zu wecken und die Bedingungen für Start-up-Unternehmen zu verbessern. Wesentliche Vorarbeiten hat nun die Bundestagsfraktion geleistet und am Montag ein Eckpunktepapier gebilligt. Start-ups seien „die Grundlage des Wohlstands von morgen“, heißt es in dem Papier, das dem Handelsblatt vorliegt.

Ziel ist es, Gründern sowohl über weniger Bürokratie als auch über mehr Zugänge zu Kapital ein besseres Klima zu bieten. Sie sollen künftig über eine zentrale Anlaufstelle alle Genehmigungen für eine Gründung erhalten und so Zeit sparen. Auch im Falle der Insolvenz soll es Erleichterungen geben, um die „Kultur der nächsten Chance“ zu eröffnen. Risikokapitalgeber will die CDU künftig weiterhin bei Streubesitzanteilen von der Steuerpflicht bei Veräußerungsgewinnen befreien. „Ein Anfangsinvestor rutscht schnell unter die Zehnprozentmarke, wenn neue Finanzierungsrunden anstehen“, sagte der Berichterstatter der Unionsfraktion, Thomas Jarzombek, zur Begründung.

Institutionelle Anleger wie Versicherungen sollen über „garantiebasierte Förderinstrumente“ bessere Möglichkeiten erhalten, in Start-ups zu investieren. „Wichtigstes Ziel muss die bessere Versorgung mit Wachstumskapital für junge Unternehmen in Deutschland sein“, sagte der CDU-Finanzpolitiker Philipp Murmann. Ein Instrument für die Start-up-Phase, ähnlich dem High-Tech-Gründerfonds, „wäre ein großer Gewinn für die Branche“.

Um die Gründungskultur zu entwickeln, will die Union künftig „unternehmerisches Denken als Lehrinhalt in der Bildung verankern“, heißt es weiter. Dazu soll es Gespräche mit den für die Bildung zuständigen Bundesländern geben. Auch soll der Staat mehr bei Start-ups einkaufen. Dazu ist eine Beschaffungsplattform im Internet geplant, auf der Start-ups ihre Produkte präsentieren können.

Mit den Instrumenten soll Deutschland durch neue Geschäftsmodelle bei der Digitalisierung international Anschluss finden. Der CDU-Gesundheitspolitiker Jens Spahn sagte, er beobachte mit Sorge, wie US-Konzerne wie Google, Apple und Amazon in Gesundheitsanwendungen investierten und Daten zu Geschäftsmodellen umwandelten. Deutschland habe bislang die Chancen „zu sehr datenschutzgetrieben diskutiert“.

Dr. Daniel Delhaes
Daniel Delhaes
Handelsblatt / Korrespondent
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