Weniger Neuinstallationen
Solaranlagen verlieren an Beliebtheit

Immer weniger Deutsche schrauben Solaranlagen auf ihren Dächern und Feldern. Für die ohnehin schon gebeutelten Solarfirmen ist das eine weitere Hiobsbotschaft.
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DüsseldorfDie ohnehin vom Preisverfall gebeutelten Solarfirmen wie Solarworld oder Centrotherm müssen nun auch einen anhaltenden Nachfrageeinbruch verkraften. In den ersten neun Monaten 2013 wurden nur noch Anlagen mit einer Kapazität von rund 2700 Megawatt (MW) auf Dächer und Felder gesetzt, wie die Bundesnetzagentur am Donnerstag mitteilte. Im Vorjahreszeitraum waren das mit 6200 MW noch mehr als das Doppelte.

Wegen der rückläufigen Neuinstallationen sinkt bei neuen Anlagen die Einspeisevergütung für Solarstrom in den kommenden drei Monaten nur noch um jeweils 1,4 Prozent. Von August bis Oktober war sie noch um 1,8 Prozent gesunken. Damit bewegten sich die jährlichen Zubauzahlen zunehmend auf dem gesetzlich festgelegten Niveau von 2500 bis 3500 MW zu. In der Vergangenheit hatten die zum Jahresbeginn oder zur Jahresmitte geltenden Förderkürzungen im Vorfeld jeweils zu einem Boom geführt mit teilweise über 1000 MW neu installierten Anlagen im Monat.

Nach der rasant hohen Zahl der Neuinstallationen der vergangenen Jahre hatte die Bundesregierung drastische Förderkürzungen durchgesetzt. Ziel ist es, damit die Kosten für die Stromverbraucher zu begrenzen, die über eine Umlage an den Kosten beteiligt werden. Das Erneuerbare Energiengesetz sieht unter anderem vor, die Einspeisevergütung für Photovoltaik-Anlagen monatlich automatisch um ein Prozent zu senken. Sie wird aber zusätzlich reduziert, wenn sich der Zubau oberhalb des Korridors von 2,5 bis 3,5 Gigawatt (GW) pro Jahr bewegt.

2012 waren in Deutschland Solaranlagen mit einer Gesamtleistung von 7,9 GW installiert worden. Die Industrie kann von diesem Rekord nicht profitieren, da der Preisverfall die Firmen in die roten Zahlen und häufig auch in die Pleite treibt.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
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