Wettlauf um das Öl der Arktis
Das eiskalte Paradies

Der bevorstehende Ölrausch in der Arktis birgt viele ökologische Risiken. Auch die Herausforderungen an Technik, Mensch und Material sind bei Temperaturen jenseits von 40 Grad minus gewaltig.
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Die weltweite Nachfrage nach Öl und Gas wächst. Und Russland spielt dabei eine Schlüsselrolle. Das Reich des Wladimir Putin ist nicht nur der weltweit größte Produzent von Öl und Gas, sondern auch der größte Energieexporteur der Welt. Noch sind die gewaltigen Vorkommen in Sibirien lange nicht erschöpft. Und neue Technologien wie das umstrittene Fracking sorgen in den USA für niedrige Energiepreise und legen damit das Fundament für die politisch vorangetriebene Re-Industrialisierung des Landes. Doch angesichts des gewaltigen Hungers nach Energie denken die Ölmultis von BP über Exxon Mobil bis zu Total und Gazprom bereits an das Übermorgen.

Die Arktis rückt dabei zunehmend in ihr Visier. Noch trägt die kalte Region erst ein Zehntel zur weltweiten Gas- und Ölförderung bei. Das ist kein Wunder, denn anderswo kann preiswerter gefördert werden. Doch die geopolitischen Risiken wachsen. Der neu aufgeflammte Bürgerkrieg im Irak ist dafür ein Beispiel.

Die jüngsten Entwicklungen rund um Bagdad zeigen, wie überaus verwundbar das Opec-Land samt seinem Nachbarn Iran, ebenfalls Mitglied der Organisation der Erdöl exportierenden Länder (Opec), tatsächlich ist. Auch die Hoffnungen in das Öl- und Gasland Libyen nach dem arabischen Frühling haben sich in keiner Weise erfüllt. In dem nordafrikanischen Opec-Land regieren Gewalt und Chaos.

Vor diesem Hintergrund kommt das neue, unberührte Paradies Arktis wie gerufen. Die Großen der Branchen breiten sich bereits rund um die nördliche Polkappe aus. So betreiben der amerikanische Ölmulti Exxon Mobil und der russische Konkurrent Rosneft gemeinsame Projekte. Auch der norwegische Energieriese Statoil sammelt umfangreiche Erfahrungen beispielsweise im norwegischen Teil der Barentssee.

Allen Beteiligten ist klar: Die Arktis ist eine der letzten großen und noch unbekannten Öl- und Gasregionen unseres Planeten. Exxon-Stratege Stephen Greenlee spricht vielen Marktteilnehmern auf der zurzeit in Moskau stattfindenden Weltölkonferenz aus dem Herzen, wenn er sagt, dass die Arktis künftig zentraler Teil unserer globalen Energieversorgung sein wird.

Doch der Lockruf des Öls und des Gases von der Eiskappe unseres Planeten birgt große Risiken. Die klimatischen Herausforderungen sind gewaltig. Die Förderung bei Temperaturen jenseits von 40 Grad minus stellen grenzwertige Anforderungen an Technik, Material und Mensch. Um die vermuteten und georteten Vorkommen zu heben, sind neue, innovative Technologien notwendig. Diese fallen nicht vom Himmel, sondern sind in der Regel das Ergebnis milliardenschwerer Investitionen. Und von internationaler Zusammenarbeit.

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