„Wie ein EKG für Anlagen“
Drohnen für die Energiebranche

Die Energiewende hat Deutschlands Stromnetze unter Druck gesetzt. Um Abschaltzeiten zu verkürzen, werden Stromleitungen jetzt unter Volllast aus der Luft geprüft - mit millimetergenau arbeitenden Drohnen.
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EssenEndlose Felder mit Sonnenkollektoren, Hochspannungsleitungen oder Rotorblätter von Windanlagen in 100 Metern Höhe - durch die Energiewende sind viele neue Anlagen und Leitungen entstanden, die in Stand gehalten werden müssen. Die Energiebranche setzt dabei neben der traditionellen und aufwendigen Inspektion mit Klettergurt oder Hubwagen auch auf Prüfungen aus der Luft mit Drohnen - unter anderem, um die stark beanspruchten Netze zur Überprüfung nicht abschalten zu müssen.

RWE bietet Kontrollflüge bereits als Dienstleistung auch für andere Unternehmen an. „Vom Start weg ein gutes Geschäft“, sagt RWE-Deutschland-Chef Arndt Neuhaus. Auch Eon hat schon eine Drohne angeschafft.

Bei der Energiemesse „Energy & water“, die bis Donnerstag in Essen läuft, präsentiert die RWE-Tochter Westnetz zwei orangefarbene Hexacopter mit je sechs Akku-betriebenen Elektromotoren. Die Demonstrationsflüge eines der laut brummenden Flugkörper sind eine Attraktion der Messe - auch wenn die Drohne nur wenige Meter und nicht auf die eigentlich erlaubten 100 Meter Flughöhe aufsteigt. Unter dem rund fünf Kilogramm schweren Fluggerät hängt eine Spiegelreflexkamera, aber es könnte auch ein Laserscanner oder eine Wärmebildkamera sein.

„Das ermöglicht dreidimensionale Bilder mit Millimetergenauigkeit“, sagt der Chef der Kasseler Herstellerfirma Aibotix, Jörg Lamprecht. „Sie müssen etwa in die Müll- oder Gipshalde nicht mehr selbst hineinsteigen, sondern nur den Copter steuern.“ Dasselbe gelte für oft winzige Risse oder Materialprobleme an Hochspannungsmasten oder Leitungen, die ohne Reparatur sofort den Wirkungsgrad drückten und aus der Ferne nur schwer zu erkennen seien.

Die Herstellerfirma rechnet angesichts der starken Einsparpotenziale durch Drohnen in der Energiebranche mit deutlich wachsendem Geschäft. Sein Unternehmen mit 45 Beschäftigten werde seinen Umsatz in diesem Jahr auf über 5 Millionen Euro mehr als verdoppeln und erwirtschafte gute schwarze Zahlen, sagt Gründer Lamprecht.

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