Ausgabenniveau
Welches Land leistet sich den größten Sozialstaat?

Heute wird in vielen Staaten ein großer Teil des Bruttoinlandsprodukts für Sozialleistungen ausgegeben. Das Land, das immer wieder für seine zu hohen Renten kritisiert wird, liegt dabei allerdings nicht an der Spitze.
  • 4

Deutschland hat zwar den ältesten Sozialstaat unter den Industrienationen, aber bei weitem nicht den teuersten. Die Bismarcksche Sozialgesetzgebung startete 1884 mit der Gründung der Unfallversicherung. Selbst Großbritannien, obwohl früher als Deutschland industrialisiert, begründete seinen Wohlfahrtsstaat erst 1897 also über zehn Jahre später.

Den gemessen an der Wirtschaftsleistung größten Sozialstaat leistet sich nach Daten der OECD Frankreich. Dort werden 32,1 Prozent des Bruttoinlandsprodukts für staatliche Sozialleistungen ausgegeben. In Deutschland sind es trotz der nach wie vor hohen sozialen Folgekosten der Wiedervereinigung nur 26,2 Prozent – mit sinkender Tendenz. Die für ihre angeblich überhöhten Renten kritisierten Griechen  kommen mit 23,5 Prozent aus. Schweden, ebenfalls ein klassischer Wohlfahrtstaat, senkte sein Ausgabenniveau in den vergangenen zehn Jahren von über 30 auf 27,6 Prozent.

Ob ein Staat sich seine Sozialausgaben leisten kann hängt nicht zuletzt davon ab, wie sehr die arbeitende Bevölkerung dadurch belastet wird. Das zeigt sich am besten an der Steuer- und Abgabenquote. Auch da nehmen die Franzosen mit 45 Prozent, die vom Einkommen für die Kosten des Staates und die Einkommensumverteilung draufgehen eine Spitzenstellung ein. Deutschland liegt nach Daten der OECD bei 37 Prozent.

Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%