Börse
Warum ist das Allzeithoch im Dax eine geschickte Täuschung?

Der Deutsche Aktienindex jagt von Rekord zu Rekord, doch viele der darin gelisteten Aktien sind von einem Allzeithoch weit entfernt. Der Grund liegt in der Berechnung: Der Dax ist ein Performance- und kein Kursindex.
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Fast täglich erklimmt der Dax einen Rekord. Merkwürdig ist, dass die meisten Aktien davon weit entfernt sind: Siemens liegt 30 Prozent darunter, Munich Re 60 Prozent und die Telekom gar 90 Prozent. Sogar Deutschlands Vorzeigekonzern SAP notiert 22 Prozent unter dem Allzeithoch.

Die bescheidene Entwicklung der Aktienkurse und die Rekordfahrt des Dax hat ihre Ursache in der Berechnung des Dax. Sein Punktestand setzt sich aus den Aktienkursen und den jährlichen Dividenden der Firmen zusammen. Es wird so getan, als ob Anleger ihre Dividenden sofort in neue Aktien investieren. In die Aktienkurse fließen die Dividenden aber nicht ein.

Die Konstruktion des Dax als Performance-Index ist ungewöhnlich. Fast alle Indizes wie etwa der Dow Jones und der Euro Stoxx 50 lassen Dividenden außen vor. Sie heißen Kursindex.

Wer also den Dax mit anderen Indizes vergleicht, sollte auf den Dax-Kursindex schauen. Er notierte am Mittwoch bei 4573 Punkten – 47 Prozent unter dem Performance-Index. Der Kursindex ist von seinem Allzeithoch aus dem Jahr 2000 immer noch 37 Prozent entfernt.

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