Gefährlicher Erreger
Warum gibt es keine Medikamente gegen das Ebola-Virus?

Zuletzt kam es im westafrikanischen Guinea zu einer Ebola-Epidemie. Eine Ansteckung mit dem Virus kommt nahezu einem Todesurteil gleich. Einen Impfstoff oder ein Gegenmittel gibt es bisher nicht.
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Unter dem Elektronenmikroskop sieht es aus wie ein harmloser kleiner Wurm, in der freien Natur ist es ein Killer. Das Ebola-Virus gilt als einer der gefährlichsten Erreger weltweit. Und es gibt bisher weder einen zugelassenen Impfstoff noch ein Gegenmittel.

Das Virus, benannt nach einem Nebenfluss des Kongo, verursacht bei den Betroffenen ein sogenanntes hämorrhagisches Fieber mit schweren Leber- und Nierenschädigungen und inneren Blutungen aus. Je nach Variante des Erregers sterben bis zu 90 Prozent der Infizierten.

Die Krankheit tritt vergleichsweise selten auf, und bislang auch nur in Afrika. Jedoch kommt es immer wieder zu kleineren Epidemien, wie zuletzt im westafrikanischen Guinea. Laut Weltgesundheitsorganisation WHO wurden dort bis Mitte April 208 Fälle registriert, 136 Patienten sind an der Infektion gestorben. Seit Entdeckung des Virus im Jahr 1976 registrierte die WHO insgesamt rund zwei Dutzend Ausbrüche der Krankheit.

Die vergleichsweise niedrigen Infektionszahlen sind mit ein Grund dafür, warum es bisher keine wirksamen Therapien gibt. Für große Pharmakonzerne lohnt es sich nicht, in die Forschung zu investieren – zumal sich die Krankheit auf relativ einkommensschwache Länder konzentriert. Zudem ist es angesichts des eher seltenen Auftretens sehr schwierig, potenzielle Impfstoffe oder Medikamente in aussagefähigen klinischen Studien zu testen.

Zudem sind Viruserkrankungen für die Pharmaforscher bisher generell ein relativ schwieriges Feld – auch bei weit verbreiteten Krankheiten. Im Bereich Aids etwa gelingt es inzwischen zwar, das HIV-Virus mit einer Kombination von Wirkstoffen in Schach zuhalten, aber nicht, es komplett auszuschalten. Gegen die weit verbreitete Virusinfektion Hepatitis C gibt es erst in jüngsterZeit wirksame und relativ sichere Arzneien.

Dennoch gibt es Fortschritte im Kampf gegen Ebola: Kanadische Forscher berichteten im Herbst 2013 von erfolgreichen Tests mit einer Kombination aus Antikörpern und bestimmten antiviralen Eiweißstoffen. Alle auf diese Weise behandelten Rhesusaffen überlebten eine Ebola-Infektion. Mehrere US-Biotechfirmen forschen mit Unterstützung des US-Verteidigungsministerium an Wirkstoffen. Erste Produkte befinden sich in der frühen Phase der klinischen Tests.

Einzelne Unternehmen, so etwa die kürzlich von Glaxo Smithkline übernommene Firma Okairos, arbeiten zudem auch an Impfstoffen gegen das Ebola- und das mit ihm verwandte Marburg-Virus. Doch auch diese Projekte befinden sich noch in einer sehr frühen Phase. Bis zu einer verlässlichen Therapie und Vorbeugung wird es daher vermutlich noch etliche Jahre dauern. Die moderne Medizin stößt bei Ebola an ihre Grenzen.

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