Gesundheit

Wir werden immer älter – aber auch fitter?

Eine gesunde Lebensweise ist ein Garant für ein langes Leben, heißt es. US-Forscher haben die Gene besonders alter Menschen untersucht und mit denen von jungen Personen verglichen. Dabei gab es eine Auffälligkeit.
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Seniorensportgruppe: Jeder 6000. Deutsche wird 100 Jahre alt oder älter. Quelle: dpa

Seniorensportgruppe: Jeder 6000. Deutsche wird 100 Jahre alt oder älter.

(Foto: dpa)

Es spricht einiges dafür, dass wir auch im hohen Alter fitter sein können als es beispielsweise unsere Eltern sind. In Deutschland hat sich die Zahl der 100-Jährigen innerhalb eines Jahrzehnts mehr als verdoppelt, so zeigt eine Studie der Universität Heidelberg aus dem vergangenen Jahr. Während im Jahr 2000 hierzulande rund 6000 Menschen im Alter von 100 oder mehr Jahren lebten, waren es zehn Jahre später bereits rund 13.000.
Die Hundertjährigen von 2010 waren dabei fitter als die Alten zehn Jahre zuvor: Sie konnten selbstständig essen, sich Mahlzeiten zubereiten und auch Geldangelegenheiten regeln. Jeder zweite zeigte keine oder nur geringe geistige Einschränkungen. Im Jahr 2000 war das bei nur 41 Prozent der Personen der Fall gewesen.
Gesundheitliche Probleme gibt es aber dennoch: Fast 90 Prozent der Befragten können nur eingeschränkt sehen und oder hören, viele leiden an den Folgen von Stürzen. Allerdings zeigt sich, dass 80 Prozent der Hundertjährigen mit ihrem Leben zufrieden sind und optimistisch nach vorne schauen. Zufriedenheit kann also auch ein Faktor für ein langes Leben sein, meinen die Forscher.
Warum manche Menschen 100 Jahre alt werden, obwohl sie sich vielleicht nicht einmal besonders gesund ernähren, und andere jung sterben, könnte auch an besonderen Genen liegen.

Zehn Fakten über das Gehirn
Leibniz Universität Hannover
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Alle für einen:  Das Stammhirn ist entwicklungsgeschichtlich der älteste Teil des Gehirns. Es steuert sowohl elementare Funktionen wie Atmung und Herzschlag, als auch Reflexe wie Husten oder Schlucken. Das Großhirn ist für Sehen, Sprechen und im Wesentlichen auch für das Denken zuständig. Das Kleinhirn ist für Gleichgewicht und Koordination verantwortlich. Das Zwischenhirn kontrolliert das vegetative Nervensystem, das lebenswichtige Organfunktionen steuert.

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Energie-Vampir: Das menschliche Gehirn wiegt im Durchschnitt 1400 Gramm und macht damit nur zwei bis drei Prozent des gesamten Körpergewichts aus. Dabei erbringt es enorme Leistungen: Ohne Gehirn würden wir nicht denken, aber auch nichts empfinden, erkennen oder uns bewegen. Dafür braucht das Gehirn aber auch viel Energie:  Es  verbraucht jeweils ein Fünftel unseres täglichen Kalorienbedarf und des Sauerstoffs im Blut.

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Probieren geht über studieren: Tätigkeiten werden am besten gespeichert, wenn man sie selber ausprobiert. Wird etwas nur gesehen oder gehört, bleibt es viel schlechter im Gedächtnis haften.

Ampelmann und Ampelfrau
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Männer und Frauen: Das Gehirn eines erwachsenen Mannes wiegt durchschnittlich 1400 Gramm und ist etwa 100 Gramm schwerer als das einer Frau. Das Gewicht des Gehirns sagt jedoch nichts aus über seine Leistung, also über die Intelligenz eines Menschen. Bei Frauen ist der Hippocampus im Verhältnis zum Gesamthirn größer. Dieser Bereich des Gehirns ist zuständig für Lernen und Erinnerung. So haben Frauen zum Beispiel in dem Areal, das Hörinformationen abspeichert, mehr Nervenzellen. Männer haben dafür den besseren Orientierungssinn. In einem Experiment der Universität Ulm mussten Probanden den Weg aus einem Irrgarten herausfinden. Männer schafften das durchschnittlich  45 Sekunden schneller als Frauen.

Krähen bestehen Aesops Wasserkrug-Test
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Der umstrittene IQ: Intelligenz ist keine klar definierbare Größe. Eine mögliche Definition lautet: Intelligenz ist die Fähigkeit, Zusammenhänge zu erkennen und Probleme zu lösen. In bekannten und unbekannten Situationen. Der heute gängigste Wert ist der Intelligenzquotient.

68 Prozent der Bevölkerung, also die große Mehrheit, gelten mit einem IQ zwischen 85 und 115 als normal begabt. Nur 2,2 Prozent der Bevölkerung haben einen IQ über 130 und gelten als hochbegabt. Nach dem heutigen Stand der Forschung ist die Intelligenz zum größten Teil angeboren. Durch positive Umstände (Bildung, Familiensituation) kann sie vermutlich um etwa zehn IQ-Punkte gesteigert werden, bei negativen Umständen um bis zu zehn Punkte absinken. Der US-amerikanische-Psychologe Howard Gardner hat die Theorie der multiplen Intelligenzen entwickelt. Demnach gibt es zum Beispiel sprachliche, musikalischen, logisch-mathematische oder interpersonale Intelligenz.

Schneemann
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Ein Bild sagt mehr als tausend Worte: Das Gehirn ist Sitz der Emotionen. Verarbeitet werden sie im limbischen System, das den Hirnstamm wie ein Saum umschließt. Wenn wir etwas denken, fühlen oder wahrnehmen, bewerten wir diese Information innerhalb von einigen tausendstel Sekunden als positiv, negativ oder neutral. Oft geschieht das unbewusst und noch bevor wir beginnen, zu denken. Beim Blick auf ein Gemälde etwa, kommt die emotionale Bewertung („Mag ich / Mach ich nicht“) vor der rationalen Analyse. Im limbischen System werden auch nicht ausgesprochene Stimmungen wie Wut oder Traurigkeit anhand von Mimik, Tönen und Gesten erkannt.

Martinsumzug in Berlin
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Aus Fehlern lernt man: Mit etwa drei Jahren beginnen Kinder Erinnerungen abzuspeichern. Voraussetzung ist, dass das Kind seine Muttersprache gut beherrscht und in Zeiteinheiten denken, also „Jetzt“, „Früher“ und „Zukünftig“ auseinanderhalten kann. Erinnern hat die Funktion, ähnliche Anforderungen besser zu bewältigen, also aus der Vergangenheit und aus Fehlern zu lernen. Emotionale Erlebnisse speichert das Gehirn am besten ab.

Kieler Forscher entdeckten vor fünf Jahren, dass eine Variation in dem Gen Foxo3a auffällig oft bei sehr alten Menschen über 100 Jahren auftritt. Das beeinflusse vermutlich weltweit positiv die Lebenserwartung, meinen die Forscher. Denn die Genvariation fand sich gleichermaßen bei Japaner wie auch Europäern, obwohl beide genetisch relativ unterschiedlichen sind.
Foxo3a könnte also ein wichtiger Schlüssel für die Langlebigkeit von Menschen sein, der einzige ist es sicher nicht. Die Altersforscher Paola Sebastiani und Thomas Perls aus Boston haben die Gene von 810 Alten zwischen 95 und 119 Jahren untersucht und mit einer Kontrollgruppe von 914 Personen verglichen. Analysiert wurden 130 Gene und 281 Punktmutationen – also Veränderungen – innerhalb der Gene. Die Forscher fanden heraus, dass wer 272 dieser Punktmutationen hat, mit 80-prozentiger Wahrscheinlichkeit besonders alt wird.

Lassen sich die Risiken vermeiden?
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Aus einer „Brustkrebsfamilie“: Brustkrebs kommt in manchen Familien gehäuft vor; zwischen 5 und 10 Prozent aller Fälle sind nach Informationen der Deutschen Krebshilfe erblich bedingt. Etwa eine von 800 Frauen ist Trägerin eines veränderten sogenannten BRCA1-Gens, schätzt der Berufsverband der Frauenärzte. Der wohl prominenteste Fall ist US-Schauspielerin Angelina Jolie, die sich vorbeugend ihre Brüste entfernen ließ. Doch Betroffene müssen nicht zwangsläufig erkranken, ihr Risiko dafür ist erhöht.

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Auf den Lebensstil kommt es an: Die Forschung zum Einfluss des Lebensstils auf das Brustkrebsrisiko hat in den letzten Jahren in einigen Bereichen mehr Fragen aufgeworfen, als sie beantworten konnte. Doch eins ist klar: Bewegungsmangel und Übergewicht haben einen eindeutig ungünstigen Effekt. Gerade in den Wechseljahren habe Bewegung schützenden Effekt, so der Krebsinformationsdienst.

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Erst zur Schwangerschaftsverhütung und später in den Wechseljahren: Doch die Geschlechtshormone beeinflussen nicht nur den Menstruationszyklus, sondern auch die Entwicklung der Brust – und damit die Entwicklung von Brustkrebszellen. Über eine mögliche Erhöhung des Erkrankungsrisikos sollten Patientinnen mit ihrem Arzt sprechen.

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Auf das Alter kommt es an: Das Risiko, an Brustkrebs zu erkranken, ist nicht in jedem Lebensabschnitt gleich hoch. Nach Informationen des Robert Koch Instituts muss im Alter von 35 Jahren eine von 110 Frauen damit rechnen, innerhalb der nächsten zehn Jahre zu erkranken. Mit 45 ist es eine von 47, mit 55 erhält innerhalb der nächsten zehn Jahre eine von 31 Frauen die Diagnose. Am höchsten ist die Wahrscheinlichkeit im Alter von 65 bis 75 Jahren: Eine von 27 Frauen dieses Alters erkrankt. Danach sinkt das Risiko wieder leicht.

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Gute Heilungschancen: Je eher der Brustkrebs erkannt wird, umso besser die Heilungschancen. Das bestätigen die Zahlen, denn auch wenn mit der erhöhten Lebenserwartung die Zahl der Erkrankten steigt, sterben gleichzeitig weniger an den Folgen.

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Für Aufmerksamkeit sorgen: Kampagnen wie hier in Washington am Weißen Haus, wo die Rosa Schleife als Symbol für Brustkrebs gehisst wird, sollen Frauen sensibilisieren und allgemein Bewusstsein schaffen.

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Prominente Fälle: Eine der bekanntesten Brustkrebspatientinnen hierzulande ist wohl Sylvie Meis. Nach der Chemotherapie mussten ihre langen, blonden Haare 2011 erst wieder nachwachsen. Die Prominenz des Models lenkte viel Aufmerksamkeit auf das Thema – etwa wie hier bei der Charity Gala „Dreamball“ für Krebspatientinnen.

Unklar ist bislang auch, wie groß der Einfluss der Gene auf das Altern ist: Folgt man Studien zum Lebensalter von Zwillingen liegt er bei etwa 20 bis 30 Prozent. Die Tatsache, dass die Anhänger der Freikirche Siebenten-Tags-Adventisten in den USA im Durchschnitt drei bis acht Jahre älter werden als der der durchschnittliche US Bürger, spricht jedenfalls für einen sehr großen Einfluss gesunder Lebensführung: Siebenten-Tags-Adventisten vermeiden Alkohol, Tabak und andere Rauschmittel; essen kein Schweinefleisch, kein Pferd, kein Kaninchen und keine Schalentiere, viele ernähren sich vegetarisch.
Genforscherin Paola Sebastiani und Kollegen schätzen, dass etwa jeder siebte Mensch über die Gene für ein langes Leben verfügt. Tatsächlich, so zeigen Statistiken, erlebt in Deutschland derzeit aber nur einer von etwa 6000 Menschen seinen 100sten Geburtstag. Und das Alter von 110 Jahren und mehr erreicht nur etwa jeder sieben Millionste Mensch.

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