Illegale Preisabsprachen
Warum werden derzeit so viele Kartelle aufgedeckt?

Der Kampf gegen illegale Preisabsprachen boomt. Fast im Monatsrhythmus fliegen Kartelle derzeit auf. Dass so viele von ihnen überführt werden, liegt an der wirksamsten Waffe der zuständigen Behörde.
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Bier, Fahrstühle, Schienen, Waschpulver, Wurst – das Bundeskartellamt spürt zurzeit fast im Monatsrhythmus illegale Preisabsprachen zwischen Wettbewerbern auf. Während die pro Jahr verhängten Bußgelder Anfang der 90er-Jahre noch im einstelligen Millionen-Bereich lagen, sind sie heute regelmäßig dreistellig. 2012 waren es sogar 316 Millionen Euro.

Die höhere Zahl aufgedeckter Kartelle bedeutet aber nicht, dass es auch mehr davon gibt – es werden nur einfach mehr überführt. Die wirksamste Waffe der Behörde ist dabei die Kronzeugenregelung, die es seit Mitte des letzten Jahrzehnts gibt: Derjenige Kartellbruder, der dem Amt zuerst den entscheidenden Hinweis gibt, kann straffrei davonkommen. Das Amt hat eine Hotline eingerichtet, wo man seinen Fall schildern kann – ein Großteil der aktuellen Fälle wurde so aufdeckt. Und vielleicht werden auch neue verhindert, denn die Furcht vor Petzen zerstört das Vertrauen, das für ein stabiles Kartell nötig ist.

Die Zeiten, in denen Kartelle in Unternehmenszirkeln als Form der legitimen – wenn auch nicht legalen – Notwehr gegen Preisdrücker galten, sind jedenfalls vorbei.

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