Im Zeitalter der Globalisierung
Wie deutsch sind deutsche Vorstände besetzt?

Wegen der geringen Präsenz von Ausländern in ihren Führungsetagen stehen einige deutsche Unternehmen immer wieder in der Kritik. Dabei stehen sie im internationalen Vergleich mit ihrer Quote gar nicht so schlecht da.
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Vielen deutschen Unternehmen wird vorgeworfen, sie seien zu männlich und zu deutsch – soll heißen: Es sind zu wenig Frauen an der Spitze und zu wenig ausländische Topmanager in Führungspositionen. Seit ein paar Jahren setzen Konzerne viel daran, weiblicher und internationaler zu werden. Zumindest bei letzterem sind sie ein gutes Stück vorangekommen. Nach jüngsten Erhebungen der Managementberatung Simon-Kucher & Partners ist der Ausländeranteil in Vorständen der 189 größten börsennotierten Unternehmen erstmals auf 29 Prozent gestiegen. Vor fünf Jahren waren es nur 25 Prozent, vor zehn Jahren sogar nur 13 Prozent.

Die Präsenz von Ausländern im Topmanagement ist aber im Unternehmensvergleich sehr unterschiedlich: Beim Softwarekonzern SAP und bei Linde etwa kommen 60 Prozent der Vorstände aus dem Ausland. Bei Beiersdorf, Daimler und Thyssen-.Krupp dagegen gibt es ausschließlich deutsche Topmanager.

Die deutschen Unternehmen stehen mit einer Quote von 29 Prozent im internationalen Vergleich aber gut da: In den Vorständen von Italiens börsennotierten Firmen kommen nur zwölf Prozent aus dem Ausland, in Spanien beträgt die Quote 15 Prozent. Für die USA liegen keine genauen Zahlen vor; doch Analysen zeigen, dass die Topetage amerikanischer Firmen entgegen allen Annahmen sehr stark mit nationalen Managern besetzt ist.

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