Kostspielige Energiewende
Wo ist der Strom noch teurer als in Deutschland?

Die deutsche Energiewende ist teuer – und einen Großteil der Kosten muss der Verbraucher über die Stromrechnung tragen. Das Resultat: Nur ein Volk in Europa zahlt mehr für die Kilowattstunde.
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Die deutsche Energiewende ist nicht nur ein ehrgeiziges Projekt, sondern auch ein ausgesprochen teures. Mehrere hundert Milliarden Euro wird der Umstieg von Atom und Kohle auf Wind und Sonne am Ende kosten.

Und einen Großteil dieser Kosten tragen die Verbraucher: Über die Stromrechnung wird die so genannte EEG-Umlage eingesammelt, die den Produzenten von grünem Strom zugute kommt. 2013 waren das 20 Milliarden Euro. Zum Vergleich: Das ist mehr, als die deutschen Unternehmen an Körperschaftsteuer zahlen.

Entsprechend steigen auch die Strompreise. Nach Daten der EU–Statistikbehörde Eurostat bezahlten die deutschen Haushalte 2013 im Schnitt 29 Cent je Kilowattstunde. Fast ein Fünftel davon entfielen auf die EEG-Umlage. Und dann gibt es ja noch Mehrwert- und Stromsteuer und andere Abgaben. Insgesamt summieren sich die Steuern, Umlagen und Abgaben auf knapp die Hälfte des Strompreises.

Abgesehen von den Dänen, die sogar schon glatt 30 Euro-Cent pro Kilowattstunde blechen müssen, zahlt kein Volk in Europa mehr für Strom. Im EU-Schnitt liegt der Preis für Privatleute bei 20 Cent je Kilowattstunde.

Fast das gleiche Bild gibt es beim Strompreis, den die deutsche Industrie laut Eurostat im Schnitt zahlen muss: Mit 19 Cent ist der zwar kleiner als für Privatkunden. Aber auch hier gehört er zu den höchsten in Europa. Genau genommen zahlen Industriefirmen nur in Dänemark, Zypern, Italien und Malta mehr.

Am billigsten ist Strom in Bosnien-Herzegowina: Hier zahlen Privathaushalte nur acht Cent pro Kilowattstunde. Allerdings sind die Deutschen – was die Wirtschaftsleistung angeht – auch neunmal reicher als die Bosnier. Doch auch in Frankreich (15 Cent), Großbritannien (17) oder den Niederlanden (20) sind die Preise deutlich kleiner als bei uns. Und hier ist der Lebensstandard vergleichbar zu unserem.

Infografik Der große Umbau



Allerdings gibt es in diesen Ländern auch nicht so viel grünen Strom wie in Deutschland. Während in Deutschland im Jahr 2011 bereits 21 Prozent des Stroms umweltfreundlich hergestellt wurden, war dieser Anteil in Frankreich (17), den Niederlanden (10) und Großbritannien (9) noch deutlich kleiner. Auf dem ersten Platz – zumindest unter jenen Ländern, die nicht mit großen Bergen und Wasserkraftwerken gesegnet sind - lag auch hier Dänemark, mit einem Ökostromanteil von 36 Prozent.

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