Liquidität
Die Notenbanken fluten die Welt mit Geld: Warum steigt die Inflation nicht?

Seit Jahren pumpt die Europäische Zentralbank Geld in die Banken. Die Preise steigen trotzdem nur moderat. Das hat zwei Gründe. Einer davon: Der Großteil der umlaufenden Geldmenge kommt gar nicht von der Notenbank.
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Wenn die Geldmenge stärker steigt als die Wirtschaftsleistung, so lernt es jeder Ökonomiestudent, dann klettern die Preise. Warum liegt dann die Inflation in Deutschland nur bei 1,5 Prozent und im Euro-Raum bei 1,3 Prozent, obwohl die Zentralbank die Banken mit Liquidität flutet, indem sie ihnen unbegrenzt und fast zum Nullzins Kredit gibt?

Teil eins der Antwort: Die Statistik misst nur Verbraucherpreise, nicht aber Vermögenspreise. Und hier zeigt sich sehr wohl Inflation: Immobilien werden mit einer Jahresrate von sechs Prozent pro Jahr teurer, bei Aktien sind die Raten sogar zweistellig.

Teil zwei: Die Zentralbank ist nur ein Glied in der Geldschöpfungskette. Das meiste Geld, mit dem wir bezahlen, ist Buchgeld der Banken, das diese schaffen, indem sie uns Kredit geben. Das so entstandene Bankengeld macht neun Zehntel der umlaufenden Geldmenge M3 aus, die derzeit rund zehn Billionen Euro beträgt. Weil die Banken im Euro-Raum derzeit ungern Kredit geben und die Kreditnachfrage schwach ist, wächst die Geldmenge nur mit einer Rate von zwei Prozent — kaum mehr also als die Verbraucherpreise.

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