„Overbanked“
Gibt es in Deutschland zu viele Banken?

Zu viele Banken für zu wenige Kunden: So lautet die Begründung von Experten für das dürftige Privat- und Firmenkundengeschäft der Institute. Aber stimmt das auch? Eine Statistik gibt Aufschluss.
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Deutschland ist „overbanked“ ­ - das sagen Banker stets, um zu begründen, dass die Institute im Privat- und Firmenkundengeschäft  zu wenig verdienen. Dahinter steckt die Behauptung, es gebe in der Bundesrepublik zu viele Kreditinstitute, dies verderbe die Preise und bringe die Gewinnmargen unter Druck. Tatsächlich nimmt aber die Zahl der Banken seit Jahren kontinuierlich ab. Laut  Bundesbank gab es im vergangenen Jahr 2053 Institute. Das waren  1,3 Prozent weniger als noch im Vorjahr. 2010 waren es 2093 und im Jahr davor   2128 Institute gewesen.

Noch deutlicher sinkt die Zahl der Zweigstellen – ebenfalls bedingt durch Fusionen, aber auch durch den Vormarsch  Online-Bankings. 2012 verringerte sich die Zahl der Zweigstellen um 3,8 Prozent oder 1436 auf 36.283, dabei kam es vor allem bei den Großbanken zu einem Rückgang der Anlaufpunkte für die Kunden. Damit liegt Deutschland im europäischen Vergleich genau im mittleren Bereich.

Nach einer Aufstellung der Unternehmensberatung zeb auf Basis europäischer Statistiken kamen 2010 hierzulande 509 Zweigstellen von Kreditinstitutionen auf eine Million Einwohner – der Durchschnittswert betrug 527. Zum Vergleich: in Spanien waren es 943, in Österreich 597 und in Italien 567 Zweigstellen pro eine Million Einwohner.

Der Versuch der Banken, die niedrigen Margen durch die Stärkung des vermeintlich lukrativen Investmentbankings zu verbessern, erhöhte bei vielen Instituten lediglich das Risiko. Offensichtlich ist also nicht die Zahl der Banken in Deutschland zu hoch, wohl aber die Renditeerwartung der Banker.

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