Politische Mitbestimmung
In welchen Ländern gibt es eine Wahlpflicht?

Wer in Deutschland nicht zur Wahl gehen will, kann der Abstimmung ohne Konsequenzen fernbleiben. In anderen Staaten der Erde droht Wahlmuffeln hingegen ein Bußgeld oder sogar eine Gefängnisstrafe.
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In Deutschland ist es das gute Recht jedes Bürgers, nicht zur Wahl zu gehen. Nach ausführlicher Diskussion haben sich die Väter des Grundgesetzes für dieses Grundrecht entschieden – anders als die später gegründete DDR.

Viele Bürger machten von dieser Freiheit Gebrauch, weshalb es seit 1949 nur viermal eine Regierungskoalition auf Bundesebene gab, hinter der eine tatsächliche Mehrheit der Wahlberechtigten stand: die Regierung von Konrad Adenauer (ab 1961), aus der nahtlos die Regierung Ludwig Erhard (ab 1963) hervorging, und die beiden Großen Koalitionen unter Kurt Georg Kiesingers (ab 1966) und Angela Merkel (ab 2005). Die Wahlbeteiligung war 1972 mit 91,1 am höchsten und 2009 mit 70,9 am geringsten.

Die Möglichkeit, der Wahlurne fernzubleiben, gibt es in 19 Ländern der Welt nicht – hier besteht Wahlpflicht. Zwar wird sie in der Hälfte davon nicht juristisch durchgesetzt, so dass die Pflicht eher symbolisch ist – zum Beispiel in Luxemburg, Griechenland und Belgien. Andere Staaten sind weniger zimperlich: Wenn ein Australier keine gute Ausrede parat hat, sind 15 Euro Strafe fällig.

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