Regierungsbildung
Wer muss eine Große Koalition fürchten?

Steht jetzt schon fest, wer im Falle einer Großen Koalition von Union und SPD der Verlierer wäre? Klar ist: Wenn man eine Regel ableiten möchte, sieht es für eine der beiden Parteien schlecht aus.
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Seit die SPD im Jahr 2009 mit einem Stimmenminus von elf Prozentpunkten für die vorangegangene Große Koalition mit der Union unter Angela Merkel abgestraft wurde, scheuen die Parteifunktionäre diese Konstellation. Die Union verlor zwar auch leicht, konnte aber mit der erstarkten FDP eine Regierungskoalition bilden.

Anders verlief die Entwicklung bei der ersten Großen Koalition unter Kurt Georg Kiesinger, über die die Wähler 1969 urteilten. Damals gewann die SPD 3,4 Prozentpunkte, die Union verlor 1,5 und die FDP sogar 3,7 Punkte. Es gibt also kein politisches Gesetz, wonach immer der Juniorpartner oder gar immer die SPD Verlierer einer Großen Koalition ist.

Wollte man eine Regel ableiten, könnte es diese sein: Tritt eine langjährige Kanzlerpartei in eine Große Koalition ein, verliert sie danach Stimmen und die Macht. Von 1949 bis zur Großen Koalition von 1967 hatte die CDU den Kanzler gestellt, danach übernahm Willy Brandt das Ruder. Die SPD stellte den Kanzler von 1998 bis zur Großen Koalition von 2005, danach verlor sie die Macht.

Mit Blick auf die Wahl 2017 müsste folglich die CDU ein Bündnis mit der SPD fürchten.

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