Schuldenspirale
Wer brauchte schon weit vor der Euro-Krise IWF-Kredite?

Selbst führende Länder Europas waren schon weit vor den Zeiten der Euro-Krise auf Hilfskredite des IWF angewiesen. Für die Länder war der Gang zum Währungsfonds sicher schmerzhaft – aber letztlich erfolgreich.
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Wenn über IWF-Kredite für Europa diskutiert wird, denken die meisten an Griechenland, Portugal oder Irland. Dabei waren selbst führende Länder in Europa schon lange vor der aktuellen Schuldenkrise auf die Hilfe des Währungsfonds angewiesen.

Beispiel Großbritannien: 1976 verloren Investoren das Vertrauen. Die Regierung musste den IWF um Hilfe bitten, der mit 3,9 Milliarden Dollar die bis dahin größte Kreditlinie seiner Geschichte gewährte und dem Land radikale Sparmaßnahmen diktierte. Lange vor Margaret Thatcher legte dies den Grundstein für die Sanierung der britischen Wirtschaft. Dabei wirken die Auflagen im Vergleich noch harmlos: Großbritannien sollte damals ein Sparvolumen in Höhe von 2,5 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) aufbringen. Die Griechen dagegen sollen bis 2014 ihre Ausgaben um mehr als 13 Prozent des BIP kürzen.

Auch die umstrittenen Hilfsprogramme für Polen, die der IWF nach dem Fall des Eisernen Vorhangs aufsetzte, wirkten sich letztlich positiv aus. Im Hau-Ruck-Verfahren wurden Staatsbetriebe zerschlagen und Investitionsschranken aufgehoben. Bis heute wird von einer „Schock-Therapie“ gesprochen. Sie war rabiat, aber letztlich wirksam.

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