Staatsverschuldung
Warum gibt es eine Griechenland-, aber keine Japan-Krise?

Japan ist wesentlich höher verschuldet als Griechenland. Trotzdem hat der Staat keine Probleme, am Kapitalmarkt an Geld zu kommen. Der Grund dafür liegt in der Schuldenstruktur des Landes.
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Der Inselstaat Japan ist mit einer Staatsverschuldung von mehr als 240 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) Rekordhalter unter den Industriestaaten. In Griechenland beträgt dieser Wert 158 Prozent. Dennoch kann sich Japan ohne Probleme am Kapitalmarkt refinanzieren. Die Rendite zehnjähriger japanischer Staatsanleihen liegt unter einem Prozent. Griechenland dagegen ist auf Hilfskredite der Euro-Partnerländer angewiesen.

Der Grund für diese Diskrepanz: Japan hat eine völlig andere Schuldenstruktur als Griechenland. Der Staat verschuldet sich bei seinen eigenen Bürgern, nicht bei internationalen Investoren. Nur rund fünf Prozent der Schuldtitel gehören Ausländern.

Bei den entscheidenden 95 Prozent hilft der Staat allerdings kräftig nach. Er zwingt die staatlichen Pensionsfonds mit strengen Investitionsrichtlinien, der Regierung Kredit zu geben. Sie investieren im Schnitt 55 Prozent ihres Vermögens in heimische Staatsanleihen.

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