Tausch am Steuer
Nutzt es etwas, den Vorstandschef zu wechseln?

Wenn die Geschäfte schlecht laufen, wackelt in der Vorstandsetage ganz schnell der Chefsessel. Aber bringt es überhaupt etwas, den Unternehmenslenker auszutauschen – oder macht das die ganze Sache nur noch schlimmer?
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In der Tat, es bringt etwas. Die Studie zweier Forscher aus Mailand und Lausanne zeigt, dass deutsche Konzerne, deren Geschäfte besonders schlecht liefen, von einem Chefwechsel klar profitierten. Im Mittel stieg ihre Kapitalrentabilität – also das Verhältnis von Gewinn zu Bilanzsumme – in den drei Jahren nach einem Wechsel an der Spitze um acht Prozent an. Gleichzeitig legte sie stärker zu als bei direkten Wettbewerbern.

Eine andere Studie legt sogar nahe, dass eine Firma gut daran tut, mit dem Austausch des Vorstandschefs nicht zu warten, bis die Geschäfte schlecht laufen. Eine Gruppe von US-Ökonomen hat nämlich festgestellt, dass CEOs mit fortschreitender Amtszeit immer mehr investieren und damit die Rendite beschränken. So ist die Wachstumsrate des Firmenvermögens in den ersten drei Jahren der Amtszeit eines CEO durchschnittlich um 3,2 Prozentpunkte niedriger als in späteren Jahren, bei einer mittleren Wachstumsrate von 7,6 Prozent.

Ein Grund dürfte sein: Je länger ein Unternehmenslenker im Amt ist, desto größer ist sein Einfluss im Aufsichtsrat – und desto eher kann er persönliche Lieblingsprojekte durchsetzen.

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